Leserbriefe

Die Stadt Nürtingen und die Flüchtlinge

06.05.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Manfred Richey, Nürtingen. Zum Artikel „Integration ist jetzt ganz wichtig“ vom 3. Mai. „Integration hat unserer Meinung nach nur eine Chance, wenn wir die Flüchtlinge im Stadtgebiet unterbringen“, sagt Joachim Vöhringer, Leiter des Amtes für Familie, Bildung und Soziales der Stadt Wendlingen – „und nicht zentral, um eine Ghettoisierung zu vermeiden. Das ist der richtige Weg.“

Ganz im Gegensatz dazu ist das Vorhaben der Verantwortlichen der Stadt Nürtingen zu sehen: Hier sollen Flüchtlinge im Rahmen der Anschlussunterbringung zentral an zwei Stellen am Stadtrand – in unmittelbarer Nähe des Waldfriedhofs in Nürtingen beziehungsweise am Marbachweg in Reudern gegenüber dem Friedhof – zentral auf engstem Raum und ohne ausreichendes Umfeld um die Wohnungen herum untergebracht werden. Das führt nicht zu einer Integration, sondern zu einer Ghettoisierung und Ausgrenzung – allein durch den Standort der Wohnungen bedingt.

Schade und bedauerlich ist, dass auch die beiden Kirchengemeinden diese Standorte offensichtlich gut finden und die drohende Ghettoisierung nicht sehen oder in Kauf nehmen wollen – wie im Artikel „Stadt bereitet den Bürgerentscheid vor“ vom 26. April in dieser Zeitung zu lesen ist. Aber vielleicht denken die Verantwortlichen ja noch einmal nach und ändern ihre Meinung.

Ebenso bedauerlich ist es, dass die Verantwortlichen der Stadt Nürtingen mit dem Beschluss zu diesen Standorten eine drohende Ghettoisierung in Kauf nehmen, ja diese damit sogar verursachen. Hinzu kommt die von der Bürgerinitiative Friedhöfe Nürtingen (BFN) angesprochene Problematik der Unterbringung von 82 beziehungsweise 48 jungen Männern in unmittelbarer Nähe des Friedhofs. Hier darf durchaus davon ausgegangen werden, dass Friedhofsruhe und der freie, ungestörte Zugang zu den Friedhöfen mehr oder weniger stark beeinträchtigt werden.

In mehreren Gesprächen zwischen der BFN und den Verantwortlichen der Stadt Nürtingen konnte weder Einsicht noch ein sinnvolles Entgegenkommen festgestellt werden. Offenbar sollen diese Projekte durchgezogen werden, koste es, was es wolle. Daher ist es gut, dass die BFN einen Bürgerentscheid in kurzer Zeit mithilfe von fast 3000 Unterschriften engagierter Nürtinger Bürger initiiert hat.

Am 25. Juni haben nun die Nürtinger Bürger die Gelegenheit, mit einem „Ja“ zur Ablehnung der bisherigen Pläne die Verantwortlichen der Stadt Nürtingen zu bewegen, nach neuen und für alle Beteiligten besseren Lösungen zu suchen.

Leserbriefe

Nicht nur gegen die AfD demonstrieren

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