Leserbriefe

Die Sache mit den Radlern

09.08.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Uwe Schulze, NT-Zizishausen. Nach 35 Jahren mit dem Auto zur Arbeit und wieder zurück habe ich mich immer wieder über Radfahrer geärgert, die auf Landesstraßen radeln, obwohl es ausgeschilderte Radwege gibt. Seit acht Wochen bin ich nun selber vom Auto aufs Rad umgestiegen, um etwas für mich selber und die Umwelt zu tun. Und Leute – ich kann euch sagen, nun verstehe ich die „Straßenradler“. Auf der Strecke von Zizishausen nach Untertürkheim würde ich die Radwege zu 20 Prozent als gut, 40 Prozent als befriedigend und 40 Prozent als unbefahrbar einstufen. Es werden keine Bepflanzungen zurückgeschnitten, tellergroße Schlaglöcher säumen den Weg, eingezeichnete Radwege neben der Straße werden als Parkplätze benützt.

In Esslingen-Zollberg auf der Mutzenreisstraße haut es dich selbst beim Schneckentempo 20 aus dem Sattel, manche Bordsteinkanten sind zwar abgesenkt, haben aber immer noch eine Höhe, die das Vorderrad zum Jammern bringt. Der Radweg parallel der Champagnestraße endet nach der Hälfte auf einem groben Kiesweg, der mitten durch die Schrebergärten führt. Tagsüber kein Problem, aber morgens um 5 Uhr oder nachts um 24 Uhr kommen dir alle möglichen Viecher vor das Vorderrad. Wenn es einen da über den Lenker haut, findet ihn vor dem nächsten Morgen keiner mehr.

Ganz schwierig sind gemeinsame Fuß- und Radwege. Wenn ich da um 23.30 Uhr vom Geschäft nach Hause radle, habe ich bestimmt 15 Personen in dunkler Bekleidung vor mir, die ihre Hunde Gassi führen und nebenher auf ihr Smartphone schauen und dann noch zusätzlich den Stöpsel im Ohr haben – klingeln bringt nix! Meist erschrecken die Leute und maulen einen noch auf die übelste Weise an! Ganz klasse sind die Personen, die, wenn man klingelt, mitten auf dem Radweg stehen bleiben und sich umdrehen. Bei Helligkeit nehme ich die ganzen Strapazen auf mich, sehe, wann Schlaglöcher oder Personen kommen, aber nachts weiche ich auf die Straße aus.

Deshalb meine Bitte an Autofahrer: Radler nicht absichtlich ausbremsen und auch nicht in zwei Zentimeter Abstand am Lenker vorbeifahren. Keine brennenden Kippen durch das Schiebedach in Richtung Radler schnippen. Hiermit auch die Bitte um Verständnis an die Polizei, die mich manches Mal ermahnt und wissen will, warum ich den Radweg nicht benütze und mich auf der Straße in Gefahr bringe. Ganz einfach: Auf der Straße ist es nachts einfach sicherer.

Aber ich muss auch einige Radler kritisieren. Nebeneinander fahren, dunkle Kleidung und unzureichende Beleuchtung kommen gar nicht gut. Da verstehe ich die Autofahrer, die mal richtig sauer werden. Ich hoffe, diese Zeilen tragen dazu bei, dass wir uns auf vernünftige Art und Weise die Straße teilen.

Leserbriefe

Expertenwissen oder Menschenverstand?

Rudolf Pfaff, Wendlingen. Zum Artikel „Eidechsenexperte hält Umsiedlung für schwierig“ vom 11. August. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen – die umgesiedelten Eidechsen sind nach einem Jahr verschwunden. Diese undankbaren Wesen verschmähen offenbar die vom BUND für sie eigens…

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