Leserbriefe

Die Roboter zahlen keine Steuern

26.11.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „VW streicht 30 000 Stellen und schafft 9000 neue“ vom 19. November.

Bei der Meldung kommt sofort die Erinnerung hoch an die hervorragende ARD-Dokumentation „Schichtwechsel – Die Roboter übernehmen“, die am 17. Oktober in der Themenwoche gesendet wurde und erschreckend die Revolution der bisherigen Arbeitsgesellschaft zeigt. Der ehemalige Personalvorstand von VW, Horst Neumann, erklärt dort, dass bei VW viele Mitarbeiter „von Bord gehen“ und wohl durch Roboter ersetzt werden, weil die Kosten „Mensch“ pro Stunde circa 40 Euro betragen, der Roboter aber nur drei bis sechs Euro. Die Differenz bleibt als Profit bei VW – als Boni für die Führungskräfte und für die Milliarden-Strafen aus dem Abgasskandal, der von diesen Managern verschuldet wurde.

Roboter haben für die Unternehmen einen weiteren entscheidenden Vorteil: Sie zahlen keine Steuern und Sozialabgaben – sind also Schwarzarbeiter! Dazu steht im Kapitel „Automatisch arbeitslos“ in dem Buch von Patrick Spät „Die Freiheit nehm ich Dir“ zum Stichwort Maschinensteuer: „Wenn uns Roboter in der Arbeitswelt ersetzen, sollten sie auch unseren Platz als Steuerzahler einnehmen.“ Das ist bisher nur ein frommer Wunsch, aber eine dringende Aufgabe für die Politik, denn wovon sollen die Menschen leben, wenn die Arbeitsmöglichkeiten dramatisch abnehmen und das Geld zum Leben fehlt, weil es nur noch den Reichen und Superreichen zufließt. All die Menschen wurden vor der Geburt nicht gefragt, ob sie hier leben wollen. Aber nun sind sie da und haben das Recht auf eine menschenwürdige Teilhabe an diesem Leben. Dafür muss die Gemeinschaft solidarisch sorgen – auch die Reichen mit ihren profitablen Robotern.

Das betrifft nicht nur Deutschland, sondern auch Europa und die Menschen auf der ganzen Welt. Die Europäische Union muss wieder für die Menschen da sein und nicht für die übermächtigen Konzerne und die reichen Profiteure. CETA und TTIP sind entlarvt als Trojanische Pferde des Neo-Liberalismus.

Leserbriefe

Eltern sorgen sich um die Gebühren

Katja Müller-Spieth, Nürtingen. Zum Artikel „Neues Kinderhaus im Martin-Luther-Hof“ vom 24. November. Es ist erfreulich, dass die Stadt Nürtingen ihre Zurückhaltung gegenüber freien Trägern im Bereich der Kinderbetreuung öffnet. Dies bietet Familien neue Alternativen zu den bisherigen…

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