Leserbriefe

Die repräsentative Bürgerbeteiligung

28.08.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zu den Artikeln „OB Heirich ist enttäuscht“ vom 9. August und „Große Chance für die Stadtentwicklung“ vom 10. August. Ich komme aus einer Nürtinger Familie von Heimarbeiterinnen, Strickern und Strickmeistern, und habe schon früh gelernt, dass man mit einer Strickliesel nicht mal einen Topflappen hinkriegt. Im Rathaus aber strickt man damit an einer Bürgerbeteiligung, im Amt für Tourismus und Stadtmarketing. Eine Bauchlandung mit Ansage. Repräsentativität – so heißt es von dort – sei Ansichtssache. Ansichtssache von Stadträten und beamteten Amateuren?

Eine Stichprobe ist die Teilmenge einer Gesamtmenge. Sie ist repräsentativ, wenn sie die Verteilung der Merkmale einer Gesamtmenge mit einer hinnehmbaren Abweichung abbildet, etwa zwischen 0,5 und zwei Prozent, ohne die Abbildung zu gefährden. Die Stadtverwaltung hat eine sehr große Stichprobe gezogen (600 aus knapp 30 000, fast zu viel des Guten), zieht aber daraus erneut nur 30 Personen nach der Regel „Wer zuerst kommt, der mahlt zuerst“. Das steht tatsächlich im Anschreiben des OB. Außerdem sind die Senioren ab 76 von vornherein nicht dabei. Deren dreiste Diskriminierung ist unverzeihliche Willkür! Dennoch wird das Vorgehen der Verwaltung durchgewinkt. Und wenn es dann Kritik gibt, gibt sich der Oberbürgermeister „enttäuscht“ und plaudert einmal mehr von „einzelnen Interessengruppen, die das Vertrauen in Politik und Verwaltung systematisch untergraben“. Das erinnert an den Falschfahrer, der Verkehrsnachrichten hört: „Was“, ruft er, „ein Falschfahrer? Hunderte, Tausende!“

Die Stadt ist dabei, die schönen Stellen in Nürtingen für eine Landesgartenschau herauszuputzen. Man nennt den Galgenberg, die Flächen an der Stuttgarter Straße, den Fluss, Fußgängerbrücken, Landschaft, Nachhaltigkeit, Stadtentwicklung. Kein Wort aber zu einem unsäglichen Hotel, das vorher noch schnell hinein gesetzt werden soll in diese Pracht. Damit würde das blödsinnige „NT – so schee“ gesteigert: „NT – bald hee“.

Leserbriefe

Kein Beitrag zur Barrierefreiheit

Manfred Reichle, Nürtingen. Zum Artikel „Kompromisse für den Schillerplatz“ vom 8. November. Dass nun ein Baum weniger gefällt werden soll als ursprünglich geplant, ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Nun sind zwei Bäume so krank, dass man sie fällen muss – (ein Schelm, wer Böses…

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