Leserbriefe

Die Quittung bekamen die Unschuldigen

31.07.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Savas Savidis, Altenriet. Die Loveparade in Duisburg beherrscht zurzeit die Schlagzeilen in den Medien – nicht nur in Deutschland. Eigentlich sollte die größte Musikparty der Welt ein Fest für die über eine Million Techno-Fans werden – doch nach Feiern war den Menschen am Samstagabend, aber auch jetzt, die Tage danach, nicht zumute. Bisher sind 21 Menschen gestorben, über 500 verletzt. Die Zahl der Todesopfer könnte steigen, da viele mit schwersten Verletzungen im Krankenhaus liegen. Der Veranstalter muss zur Verantwortung gezogen werden. Es kann nicht sein, dass bis zu 1,4 Millionen Menschen sich in einem abgesperrten Gebiet aufhalten und es nur einen Flucht- und Zugangsweg gibt. Die Justiz wird hoffentlich ein Urteil fällen, das für die Angehörigen der Opfer ein wenig Balsam auf den Wunden ist.

Viele fordern den sofortigen Rücktritt vom Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Doch dies wäre der falsche Schritt. Sauerland muss sich der Verantwortung stellen und die Ursachen der Katastrophe akribisch aufarbeiten. Menschen, die zum Feiern kamen, mussten sterben, weil menschliches Versagen dazu beigetragen hat. So etwas darf sich nie wiederholen. Sauerland ist jetzt am Zug: Wenn alles geklärt ist, bleibt ihm aber nichts anderes übrig, als zurückzutreten. Unter diesen Umständen ist eine Weiterarbeit einfach nicht mehr möglich. Duisburg wollte mit aller Macht die Loveparade ausrichten. Die Quittung haben aber leider die unschuldigen Opfer erhalten. Kein Gerichtsurteil der Welt kann über das Leid der Angehörigen hinwegtrösten.

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