Leserbriefe

Die Pfarrer fallen als „Seelsorger“ aus

04.04.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Klaus-Dieter Tempel, Nürtingen-Neckarhausen. Zum Artikel „Gemeinderat rudert zurück“ vom 26. März. Der Gemeinderat Neuffen ruderte zurück, weil 1234 Bürgerinnen und Bürger eine Initiative gegen einen Beschluss des Neuffener Gemeinderats unterschrieben hatten. 496 Unterschriften hätten genügt, um ein Bürgerbegehren in Gang zu bringen.

In Wendlingen haben dem Kirchengemeinderat über 1400 Unterschriften für einen Erhalt der Johanneskirche nicht genügt, um von einem Abrissbeschluss der Kirche abzusehen. Der Wendlinger Kirchengemeinderat hat wohl eine ganz besondere Einstellung zur Demokratie. Nach wie vor bleibt die Frage unbeantwortet, warum die große Zahl der Unterschriften, die ungefähr der Zahl der erwachsenen Gemeindeglieder in Unterboihingen entspricht, nicht ausreicht, um eine Befragung aller Gemeindeglieder durchzuführen. Immerhin haben fünf Mitglieder des Kirchengemeinderats „zurückgerudert“ und gegen einen Abriss gestimmt. Jetzt bestimmen also acht Wendlinger allein über das Schicksal der Kirche. Sie haben bereits den Daumen gesenkt und die Kirche wird der Abrissbirne überlassen.

Ich kann den Wendlinger Kirchengemeinderat einschließlich seiner Pfarrer deshalb nicht verstehen, weil zum Beispiel in Neuffen „nur“ Bürgerinnen und Bürger verärgert worden wären bei einem Festhalten am Gemeinderatsbeschluss. In Wendlingen jedoch werden nicht nur verärgerte Menschen, sondern auch verletzte Seelen beim Abriss der Johanneskirche zurückbleiben. Es werden traditionell Mitglieder einer Kirchengemeinde auch „Seelen“ genannt und dem entsprechend sind Pfarrer auch „Seelsorger“. Nicht Notfallpfarrer kümmern sich um verletzte Seelen, sondern „Notfallseelsorger“. Wer wird sich um die verletzten Seelen vor allem der Unterboihinger kümmern, da auch alle drei Pfarrer für den Abriss gestimmt haben und in diesem Fall als „Seelsorger“ ausfallen.

Leserbriefe

Abstrakte Argumente von de Maizière

Christoph Traube, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Kauder will notfalls Verfassung ändern“ vom 5. Januar. Unser Bundestagsabgeordneter, Michael Hennrich, kritisiert demnach, dass von den Kritikern des Bundesinnenministers keiner sage, was die Vorteile der jetzigen Regelungen seien. Das erstaunt…

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