Leserbriefe

Die NATO und Russland

04.07.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hartmut Schewe, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „Aktion Barbarossa in der Version 2.0“ vom 25. Juni. Es tat richtig gut, einen Leuchtturm der Vernunft in einem dunklen Ozean von Unkenntnis, Ignoranz und Verblendung zu entdecken. Da spricht ein hochrangiger deutscher Politiker endlich einmal aus, was von der absprachewidrigen NATO-Erweiterung (wie es verharmlosend heißt) zu halten ist, und sofort sind die konservativen bis reaktionären US-Gläubigen empört oder schütteln zumindest weise den Kopf.

Von denen würden viele am liebsten die Waffen ergreifen, die Pferde besteigen und auf gen Osten reiten, um den russischen Indianern mal zu zeigen, wo der Hammer hängt. Und genau das machen die USA mit willfähriger Hilfe der NATO-Domestiken! Provokationen ohne Ende. Und jetzt auch noch die 35 000-Mann-Manöver in Polen mit Truppen aus den Nicht-NATO-Ländern Ukraine und Georgien! Schlimmer geht nimmer!

Halt, es geht doch. Anschließend soll noch ein Manöver mit 10 000 Mann im Baltikum stattfinden. Wer das für Friedenssicherung hält, glaubt womöglich auch noch an den Klapperstorch. Einer der zahllosen US-Generäle meinte kürzlich, das Baltikum ließe sich im Ernstfall nicht verteidigen. Wie wahr! Nur, in der Sprache der US-Militärs bedeutet das: Noch mehr Geld, noch mehr Soldaten, noch mehr Panzer, noch mehr Jagdbomber = noch mehr Frieden.

Das erinnert mich an den Spruch aus der Friedensbewegung der Achtziger: „Waffen gegen den Krieg sind wie Schnaps gegen den Alkoholismus“. Mit dem gleichen Ende. Zur Erinnerung einfache Fragen: Wer hat sich aus seinem früheren Machtbereich friedlich zurückgezogen? Warum wurde die NATO nicht aufgelöst, sondern genau um diesen Machtbereich erweitert? Wer stationierte Fliegerstaffeln im Baltikum und Georgien, vor der Haustüre des Anderen? Wer beliefert die Ukraine mit Waffen? Wenn Steinmeier all diese Aggressionen mit den Worten „Säbelrasseln, Kriegsgeheul, Panzerparaden“ beschreibt, ist das geradezu eine diplomatische Umschreibung der von USA/NATO heraufbeschworenen Kriegsgefahr.

Was die Ostukraine und die Krim betrifft, so hätten wir diese Probleme nicht, hätten die beiden letzten Regierungen in Kiew nicht dem Westen Avancen gemacht – und die USA das nicht bereitwilligst zur Kenntnis genommen. Putin hat den Braten natürlich gerochen (ist schließlich kein Jelzin) und hat die Krim zurückgeholt. Sewastopol wäre eben ein feines Kriegshäfchen mit allem Drumherum an der Südflanke Russlands für die US-Marine gewesen.

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