Leserbriefe

Die Kosten der Kinderbetreuung

27.02.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sebastian Schöneck, Landtagskandidat der SPD, Frickenhausen-Linsenhofen. Zum Artikel „Wir wollen die KiTas gebührenfrei machen“ vom 12. Januar. Oft werde ich ausgehend von diesem Artikel angesprochen, wie das mit den mittelfristig beitragsfreien KiTas funktionieren soll – müssen das am Ende dann die Gemeinden finanzieren?

Natürlich nicht! Wir Sozialdemokraten sehen, dass der Bedarf nach einem KiTa-Platz in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist. Deswegen hat die grün-rote Landesregierung ihre Unterstützung für die Kommunen schon beim Ausbau der Kinderkrippen massiv erhöht – von weniger als 100 Millionen Euro vor dem Regierungs-Wechsel auf fast 800 Millionen Euro heute.

Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mir geht es aber auch um das Thema Chancengerechtigkeit. Gerade die frühe Förderung ist besonders wirkungsvoll und hilft, den späteren Bildungserfolg unabhängiger vom Elternhaus zu machen.

Wenn wir es also ernst meinen, dass die vorschulische Förderung mehr ist als Betreuung, sondern eine spielerische Vorbildung, dann ist es nur konsequent, diese Angebote vom Staat ohne Gebühren zur Verfügung zu stellen. Deshalb ist es eigentlich nicht Sache der Kommunen, diese Leistung zu erbringen und das Personal zu finanzieren – sondern wäre eher direkte Aufgabe des Landes. Dann hätte es das Land auch in der Hand, für eine angemessenere Bezahlung des Personals und für einen einheitlicheren Qualitätsstandard zu sorgen.

Das ist mit der mittelfristig beitragsfreien KiTa gemeint. Wenn ich in den Programmen anderer Parteien sehe, dass man 100 Euro bar auf die Hand bekommen soll, um gerade das staatliche Förderangebot nicht anzunehmen, scheint auch schon kurzfristig Spielraum vorhanden zu sein.

Warum nehmen wir nicht als ersten Schritt dieses Geld und senken durch eine Ausgleichszahlung an die Kommunen die KiTa und KiGa-Gebühren exakt um selbige Summe? Eine klare Prioritätensetzung in der nach OECD-Studien teuren, aber praktisch wirkungslosen deutschen Familienpolitik wäre dringend nötig.

Leserbriefe

Schon vergessen? Das ist keine Alternative

Andreas Melcher, Frickenhausen. Zum Leserbrief „Postfaktisch und die Arbeit der Presse“ vom 14. Januar. Niemand muss sich wundern, dass der Begriff „postfaktisch“ mit „Lügenzeit“ gleichgesetzt wird. Genauso ist das nämlich von der Gesellschaft für Deutsche Sprache gemeint. Wer damit ein Problem…

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