Leserbriefe

Die Hobby-Fischer sind selbst schuld

25.02.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gerhard Jakob, Neckartenzlingen. Zum Artikel „Fischbestand im Neckar alarmierend niedrig“ vom 14. Februar. Jedes Jahr müssen wir uns die Klagen des Wendlinger Fischervereins über den niedrigen Fischbestand im Neckar anhören und dass daran nur allein der Kormoran schuld sei, der doch gar nicht Teil unserer Natur sei, da er ja erst in den Neunzigerjahren bei uns eingewandert sei.

Um dieses Märchen ein für alle Mal zu widerlegen, möchte ich auf eine 2010 erschienene Dokumentation über archäologische Funde von Wirbeltieren verweisen. Das Werk enthält eine Landkarte mit Funden von Kormoranen in ganz Europa, auch in Süddeutschland. Danach ist der Kormoran seit neuntausend Jahren bei uns heimisch. (Archaeobiodiversity. A European perspective. Verlag Marie Leidorf GmbH, Rahden/Westfalen).

Die Hobby-Fischer verschweigen, dass sie selbst an dem Problem des niedrigen Fischbestands schuld sind, indem sie überall die gebietsfremden Welse ausgesetzt haben. Die Welse sind auch der Grund, warum im Naturschutzgebiet Wernauer Baggerseen schon lange keine Blesshuhn- oder Entenbrut mehr hochgekommen ist, da sie alle den Welsen zum Opfer fallen.

Die Angler wissen, welches Problem sie sich mit den Welsen eingebrockt haben, doch dringt davon nichts an die Öffentlichkeit. Wie mir aber berichtet wurde, gibt es einen Vorstandsbeschluss eines Fischereivereins der Umgebung, wonach gefangene Jungwelse nicht mehr im Neckar ausgesetzt werden sollen. Ich finde es einen Skandal, dass in einem Land, wo alles und jedes geregelt ist, Privatleute an öffentlichen Gewässern nach eigenem Gutdünken schalten und walten dürfen.

Aus dem geschilderten Sachverhalt ergeben sich zwei naturschutzpolitische Forderungen an die Politik: Erstens ersatzlose Streichung der Kormoran-Verordnung. Zweitens Novellierung des Fischereirechts nach ökologischen Grundsätzen.

Leserbriefe

Wir brauchen Parteien, die Mut machen

Patrik Müller, Beuren. Zum Artikel „Die DNA der früheren CDU“ vom 15. September. Frau Kosova kann man zu ihrer gelungenen Integration in Deutschland nur gratulieren. Ich kann allerdings überhaupt nicht nachvollziehen, wie sich eine aus Usbekistan stammende Frau mit jüdischen Wurzeln, die in…

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