Leserbriefe

Die Gier nach Sensation

07.10.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Eberhard Schrempf, Böblingen. Zum Artikel „Eigene Mutter mit dem Beil erschlagen“ vom 2. Oktober. Ihre Art, über das Tötungsdelikt in Oberensingen zu berichten, kann ich nicht unkommentiert lassen. Von der Polizei war wohl nicht viel zu erfahren, aber wenn so etwas Schreckliches in einer kleinen Stadt passiert, muss eben geschrieben werden. Und so wird Zeile um Zeile, Spalte um Spalte gefüllt mit zweifelhaften Zitaten von Menschen, die dabei waren oder die es wissen müssen, angereichert mit Bruchstücken aus dem Internet. Willkürlich und ohne erkennbaren Zusammenhang aneinandergereiht.

Herr Gerrmann wird so keinem gerecht: weder dem Opfer, noch dem Täter, noch dem hoffentlich vorhandenen Anspruch an sich selbst, was seriöse Berichterstattung anbetrifft. Bedient wird in diesem Artikel die Gier nach Sensation, nach schaurigen Geschichten. Allenfalls geeignet als Vorlage für oberflächliches Stammtischgeschwafel.

Einen verantwortungsvollen Umgang mit Informationen, die der Autor im Rahmen seiner Recherchen erhalten hat, ist schwer zu erkennen. Die Tat war das furchtbare Ende einer Familientragödie, da ist ihm recht zu geben. Der Rest gehört in die journalistische Mülltonne. Einige Reaktionen von Freunden und Bekannten auf diesen Artikel, die wie ich zumindest das Opfer kannten: niveaulos, geschmacklos, unprofessionell. Dem ist nichts hinzuzufügen!

Leserbriefe

Die Gutmenschen und die Bundesregierung

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