Leserbriefe

Die Geburtstagspost und das Ständchen

24.12.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Lydia Hofstadt, Erkenbrechtsweiler. Bei meiner Geburtstagspost waren dieses Jahr drei verschiedene Einladungen von Alters- und Pflegeheimen mit entsprechenden Prospekten in Hochglanzausführung. Spätestens jetzt wurde mir klar, wie man, nach Jahren gerechnet, von unserer Gesellschaft wahrgenommen wird, egal wie fit man noch ist.

Ich habe mir natürlich darüber meine Gedanken gemacht. Mit sechs Jahren wird man eingeschult, mit 20 geht man zum Studium oder steht im Berufsleben, spätestens mit 67 darf man in Rente gehen und mit 76 gehört man ins Altersheim entsorgt. Es muss für die Betreiber dieser Heime doch offensichtlich ein lukratives Geschäft sein.

Jetzt warte ich im nächsten Jahr nur noch darauf, dass ich auch von Beerdigungsinstituten Werbepost zum Geburtstag bekomme, denn wir sind nun mal naturgemäß deren potenzielle Kunden. An diesem Tag durfte ich, Gott sei Dank, nicht nur Negatives erfahren. Erstmals an meinem 71. Geburtstag wurde ich vormittags von einem Herrn angerufen, der mir musikalisch gratulierte und mir mit seiner Trompete zwei wunderschöne Choräle spielte, so auch wieder in diesem Jahr. Als ich mich bedankte und sagte, dass ich seinen Anruf im vergangenen Jahr vermisst hätte, meinte er, vielleicht hätte er seine Zeitung nicht genau gelesen. Seinen Namen nannte er mir nicht, aber er sagte, dass er jetzt 93 Jahre alt sei. Inzwischen weiß ich von meinen Gästen, alle über 70 Jahre alt, dass er vielen Leuten telefonisch ein Geburtstagsständchen bringt. Ich finde, das ist eine wunderschöne Geste und ich möchte mich bei ihm auf diesem Wege nochmals sehr herzlich bedanken und ihm wünschen, dass er noch lange seine Trompete so hervorragend spielen kann.

Leserbriefe

Die Gutmenschen und die Bundesregierung

Günther Ackermann, Wendlingen. Die Reisewarnung für Gambia wurde vom Auswärtigen Amt am 21. Januar 2017 aufgehoben. Seit der neugewählte Staatspräsident Adamo Barrow Ende Januar 2017 sein Amt übernommen hat, „hat sich die Lage und das tägliche Leben in Gambia normalisiert“, schreibt das…

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