Leserbriefe

Die ganze und die halbe Wahrheit

16.06.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Roland Krohmer, Gemeinderat, Beuren. Zum Leserbrief „Das ist nur die halbe Wahrheit“ vom 12. Juni. Eigentlich war die Sache für mich erledigt. Nachdem nun aber Herr Kretzschmar als Vorstandsmitglied des Vereins historisches Beuren nachlegt, sehe ich mich gezwungen, ein paar Dinge klarzustellen. Die Behauptung, die Gemeinde habe Gebäude in der Ortsmitte nur aufgekauft, um sie abzureißen und Quartiere neu zu ordnen, ist nicht nachvollziehbar, da ich die Broschüre von 1988, in der Herr Kretzschmar dies gelesen haben will, nicht kenne. Seine Behauptung, dass der Gemeinde nichts anderes übrig blieb und sie letztlich als Denkmalschützer auftreten musste, weil sowohl vom Verein historisches Beuren (den es übrigens erst seit 2004 gibt) als auch „von außen“ entsprechender Druck gemacht wurde, ist schlichtweg falsch.

Bereits seit 1984 hatte Beuren Anträge auf Aufnahme in das Landessanierungsprogramm gestellt. 1987 vergab der Gemeinderat hierzu einen Auftrag zur Planung und Grobanalyse. Nachzulesen in der Nürtinger Zeitung vom 19. Februar 1987 in dem Artikel „Von Bausubstanz her geradezu prädestiniert“. Bürgermeister Hartmann erklärte in diesem Zusammenhang, dass Sanierung in Beuren in erster Linie Substanzerhaltung der bestehenden Baustruktur bedeute.

In einer Bürgerversammlung am 31. März 1987 wurden die Gebäudeeigentümer hierüber unterrichtet. Der Gemeinderat beschloss außerdem, ein bauhistorisches Gutachten über 140 Gebäude im Ortskern anfertigen zu lassen. Der Historiker kam damals zu der Aussage, dass 27 Gebäude hochrangige Denkmäler sind und weitere 37 Gebäude aus denkmalpflegerischer Sicht als gut einzustufen seien. Letztendlich war dies die wichtigste Grundlage für die Aufnahme in das Landessanierungsprogramm. 1989 erhielt Beuren den ersten Förderbescheid über 4,5 Millionen Mark. Eine andere Zeitung berichtete am 5. April 1991 mit der Überschrift „Beuren soll aus dem Dornröschenschlaf geweckt werden“ ausführlich darüber. Der interessierte Leser kann sich nun nach meiner Meinung selbst ein Bild machen über die ganze und die halbe Wahrheit.

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