Leserbriefe

Die Fremden und das Geld

28.07.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Rolf Weber, NT-Neckarhausen. Zum Leserbrief „Was soll eine Neiddebatte?“ vom 9. Juli. Zum wiederholten Male bereichert Frau Pfuderer, Bezirksbeirätin Stuttgart-Mitte für Bündnis 90/Die Grünen, diesmal zum Thema „Flüchtlinge“ ihre Verbundenheit zur alten Heimat Nürtingen und Leserschaft der Nürtinger Zeitung und nimmt Stellung. Explizit teilt sie den Eindruck von Gerlinde Weber (Leserbrief „Flüchtlinge und Bildung“ vom 5. Juli) und „dass in Sachen Integration die eher gelungenen Beispiele in der öffentlichen Berichterstattung genannt werden“.

Frau Pfuderer begründet und rechtfertigt das Ziel vieler Flüchtlinge, ein Studium in Deutschland anzustreben damit, dass diese „unser duales Bildungssystem nicht kennen“. Sie macht es sich hier sehr einfach, wenn den Flüchtlingen Desinteresse an den Verhältnissen des künftigen Gastlandes unterstellt wird. Ganz im Gegenteil: Insbesondere über das Internet kann nicht nur, sondern wird sich heute jeder Asylant umfassend über sein Zielland informieren.

Vielleicht dürfen wir hoffen, gelegentlich von ihr zu erfahren, ob und wie der gesellschaftlicher Leitgedanke „Fördern und Fordern“ von Flüchtlingen gelebt wird, und falls nicht, welche Konsequenzen gezogen werden sollten. Zum Hinweis von Frau Weber („Für Fremde ist auf einmal Geld vorhanden“) konkreter: Die Bundesregierung geht von direkten und indirekten Kosten für Flüchtlinge von 94 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 aus. Angesichts dessen und einer Vielzahl bundesdeutscher Baustellen (zum Beispiel ein Investitionsstau in Deutschland mindestens von 90 Milliarden Euro von fachkundigen Seiten unter anderem der EU-Kommission, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Förderbank KfW thematisiert) steht die Gesellschaft unverändert vor erheblichen Herausforderungen.

Die Bundestagswahl 2017 wirft ihre Schatten voraus. Insofern überrascht es nicht, wenn politische Parteien beziehungsweise ihre Mandatsträger bemüht sind, unbequeme Themen auszusitzen oder zu negieren. Ein probates Mittel die politische Meinungsführerschaft zu behaupten, ist auch, bestimmte Themen/Ansichten mit Negativbegriffen wie „Neiddebatte“ zu besetzen.

Leserbriefe

Schon vergessen? Das ist keine Alternative

Andreas Melcher, Frickenhausen. Zum Leserbrief „Postfaktisch und die Arbeit der Presse“ vom 14. Januar. Niemand muss sich wundern, dass der Begriff „postfaktisch“ mit „Lügenzeit“ gleichgesetzt wird. Genauso ist das nämlich von der Gesellschaft für Deutsche Sprache gemeint. Wer damit ein Problem…

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