Leserbriefe

Die Flüchtlinge wollen arbeiten

06.11.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Reinhardt, Neckartenzlingen. Zum Leserbrief „Im Christentum verwurzelt?“ vom 18. Oktober. Als Argument gegen eine weitere Aufnahme von Flüchtlingen aus den Krisengebieten der großen Welt werden oft die hohen Kosten genannt, die die Flüchtlinge „uns“ verursachen. Klar: Aufnahme und Eingliederung kosten zunächst einmal Geld. Aber wenn immer wieder so getan wird, als wäre das verlorenes Geld, das uns, die wir doch so brav alle Steuern bezahlen, abginge – so ist das doch wohl zu kurz gedacht, das heißt falsch.

Das Gegenteil dürfte der Fall sein. Genauso wie die Kindererziehung Geld kostet, das gut angelegt ist, weil die Kinder später arbeiten werden und Steuern bezahlen, so werden die, die aus der Not heraus zu uns kommen, wenn sie eingegliedert sind, bei uns arbeiten und Steuern bezahlen. Es kommen ja nicht die „Triebel“ der Welt zu uns, sondern die Tüchtigen, die nichts anderes wollen als hier zu leben, zu arbeiten und Steuern zu bezahlen. Man lässt sie ja nicht. Es ist ein Unsinn, sie über viele Monate lang untätig in den Flüchtlingsheimen herumsitzen zu lassen – da können einige schon auf dumme Gedanken kommen; aber das sind mit Sicherheit die wenigsten.

Wer die Strapazen einer Flucht auf sich nimmt, nicht selten zwei Jahre lang – man höre sich die Berichte einmal an –, muss schon sehr viel Unternehmergeist haben: also Menschen, die wir brauchen. Und wenn Frau Hofstadt ablehnend darauf verweist, dass der Ausländeranteil zum Beispiel in Stuttgart über ein Drittel beträgt – na und? Leben die denn auf „unsere Kosten“? Im Gegenteil, die arbeiten und zahlen Steuern. Nicht auszudenken, was wäre, wenn die alle abzögen! Auch in Nürtingen gäbe es sehr schlechte Zeiten, wenn alle, die ausländische Wurzeln haben, abzögen. Nicht auszudenken! Deutschland hat schon immer Menschen aus anderen Ländern aufgenommen – und allemal haben diese letztlich zu unserem Wohlstand beigetragen. Was soll das Geschrei? Man muss schon sehr nationalistisch verbohrt sein, um etwas dabei zu finden. Oder gilt immer noch „deutsch ist gut!“ – „nur deutsch ist sehr gut!“ Wie kann man nur so weltblind sein! Ist dergleichen etwa „im Christentum verwurzelt?“

Leserbriefe

Gar kein großartiges Bahnprojekt

Klaus-Dieter Tempel, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Nach Wandas Taufe beginnt die Arbeit“, vom 7. Oktober. Mit großer Begeisterung der regionalen Prominenz wurden am Albvorlandtunnel die Bohrmaschinen getauft. Die Wendlinger Geistlichkeit beider großen Konfessionen hat sich für diesen Missbrauch…

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