Leserbriefe

Die Feldlerche und der Bärendienst

17.04.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Heike Gantke, Großbettlingen. Zum Artikel „Weitere Petition zur Biogasanlage“ vom 9. April. Auf die wesentlichen Unterschiede zwischen der ersten und der Anschlusspetition der Bürgerinitiative BISS will ich hier gar nicht eingehen – das würde den Rahmen sprengen. Fakt ist: Hätten wir die gleichen Argumente noch einmal vorgebracht, wäre unsere Anschlusspetition gar nicht angenommen worden! Stattdessen beschränke ich mich auf einen Aspekt, dessen Bedeutung für das weitere Verfahren auf den ersten Blick gering erscheinen mag, den man aber nicht unterschätzen sollte.

Ganz am Rande erwähnt Herr Gottwald in seinem Artikel die von uns angesprochenen Ausgleichsflächen für den „Großen Forst“, die von der Stadt Nürtingen im Großbettlinger Gatter ausgewiesen werden – gerade so, als würde es nie eine Biogasanlage geben. War es Schlamperei bei der Aufstellung des Bebauungsplanes? Oder einfach nur Bequemlichkeit? Für die Feldlerche wird es jedenfalls verdammt eng im Nürtinger Süden, wenn zusätzlich zum Gewerbe- noch ein Industriegebiet realisiert wird. Man muss sich doch fragen: Welchen Sinn macht es aus Sicht des Naturschutzes überhaupt, für eine geschützte Vogelart Ersatzlebensraum zu schaffen und zu besiedeln, wenn man bereits absehen kann, dass wenig später auch dieser Lebensraum zerstört beziehungsweise beeinträchtigt wird?

Einen Aufschrei des Nabu habe ich dazu übrigens noch nicht gehört. Tröstlich für die Gegner der Biogasanlage ist, dass ein (hoffentlich) erfolgreicher vorgezogener Funktionsausgleich für die Feldlerche im Großbettlinger Gatter (wo ja ohnehin schon zwei Paare brüten) die Hürde für ReFood und Stadtwerke noch höher legen wird. Je mehr Feldlerchenpaare sich entschließen, vom „Großen Forst“ dorthin umzuziehen, desto schwieriger dürfte es vor der Realisierung der Biogasanlage werden, für diese Vogelart im räumlich funktionalen Zusammenhang wiederum Ersatzlebensräume zu finden. Insofern hat die Stadt Nürtingen (um in der Begrifflichkeit der Tierwelt zu bleiben) den Projektbetreibern einen Bärendienst erwiesen.

Leserbriefe

Überhört Herr Grabitz kritische Stimmen?

Kai Hansen, Nürtingen. Zum Artikel „EU droht Milliardenklage wegen Pflanzenschutzmittels“ vom 11. November. Der Journalist Markus Grabitz gewährt dem weltgrößten Glyphosat-Hersteller Monsanto auf Seite eins der Wochenendausgabe der Nürtinger Zeitung eine prominente Bühne und betreibt zudem deren…

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