Leserbriefe

Die Diskussionskultur in den sozialen Medien

28.07.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. Matthias Hiller, Nürtingen, Vorsitzender der CDU-Fraktion. Zum Leserbrief „Nürtingen für die Enkel und Urenkel“ vom 21. Juli. In seinem Leserbrief kritisiert Reinmar Wipper die Verwaltungsspitze, die sich schon mehrfach kritisch zu den sozialen Medien geäußert hat. Ein Paradestück in Sachen fraglicher Rhetorik lieferte Reinmar Wipper erst jüngst in einem eigenen Beitrag. Im Zusammenhang mit der geplanten Umgestaltung des Schillerplatzes bezeichnete er das Fällen der – nach Angaben der Planer – altersschwachen Bäume am Schillerplatz als „so ne Art ökonomische Euthanasie“ (wörtliches Zitat).

Ich persönlich finde diese Diskussionskultur geschmacklos und überzogen. Der Begriff „Euthanasie“ löst in Deutschland sofort dunkle Assoziationen an die NS-Zeit aus. Da hilft es wenig, wenn der Verfasser nachschiebt, dass Euthanasie „schöner Tod“ heißt.

Was in Nürtingen seit Jahren fehlt ist eine anständige und sachliche Debattenkultur. Natürlich kann das Fällen einiger Bäume am Schillerplatz kritisiert werden. Vielleicht gibt es immer noch zahlreiche Gegner der Fußgängerzonensanierung, wenn bekannt ist, dass neue Bäume gepflanzt werden und die letzte Sanierung des Schillerplatzes schon viele Jahrzehnte zurückliegt.

Eventuell überzeugen auch die Argumente des Seniorenbeirates, der sich für eine fußgängerfreundliche Sanierung ausspricht, nicht alle Nürtinger. Über diese Argumente kann man sprechen und diskutieren. Der oben genannte Begriff, den ich in einem Leserbrief nicht nochmals zitieren will, ist Beleg für die Probleme der Diskussionen in den sozialen Medien. Wie soll auf der Basis solcher Ansichten eine sachliche Diskussion entstehen?

Die Planungen zur Neugestaltung der Fußgängerzone laufen seit 2010. Herr Wipper war bis 2015 selbst Gemeinderat. Durch eine kritische Stellungnahme im Gemeinderat hätte er jedenfalls viele Planungen maßgeblicher mitgestalten und beeinflussen können, als durch Beiträge in sozialen Medien.

Leserbriefe

Hochwasserschutz in Neckartailfingen

Sebastian Kurz, Neckartailfingen. Zum Artikel „Mit höheren Einnahmen Schulden getilgt“ vom 4. Oktober. Dem Artikel habe ich entnommen, dass der Gemeinderat zum wiederholten Mal den mangelnden Hochwasserschutz in der Gemeinde Neckartailfingen kritisiert und die Verwaltung zum Handeln aufgefordert…

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