Leserbriefe

Die Bahn und der Kirchentag

06.11.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hans Müller, NT-Oberensingen. Zum Artikel „Fast alle Bahntunnel haben Schäden“ vom 27. Oktober. Es gibt bei der DB nicht nur marode Schienenstränge und marode Brücken, sondern auch marode Tunnel. Das alles ist entstanden in den letzten 20 Jahren, als unsere Politiker auch die Bahn verkaufen wollten und deshalb „privatisiert“ haben. Um attraktiv auszusehen für den Börsengang wurde an allem gespart: Personal entlassen, Strecken stillgelegt, Bahnhöfe vergammelt und offensichtlich auch das gesamte Schienen-Netz grob fahrlässig vernachlässigt. Dafür aber als Global Player weltweit in dubiose Objekte investiert.

„Wir schenken Ihnen einen Bahnhof“, an dieses riesige Display in der großen Schalterhalle im Stuttgarter Hauptbahnhof kann ich mich noch gut erinnern, als ich noch täglich mit der Bahn zur Arbeit nach Stuttgart gefahren bin. Damals schon habe ich dieses „Geschenk“ abgelehnt. Dann sah es eine Zeit lang so aus, dass dieses Projekt „Stuttgart 21“ nicht zustande kommt. Nur die damalige Landesregierung und der damalige OB von Stuttgart haben durch die Zusage von Finanzmitteln und den Kauf von angeblich frei werdenden Grundstücken die Bahn beeinflusst, sodass dieses Projekt mit dem halb unterirdischen Durchgangsbahnhof weiterverfolgt wurde. Von Anfang an wurde mit geschönten und falschen Zahlen bezüglich Kapazität, Wirtschaftlichkeit und Kosten gearbeitet.

Ein angebliches Baurecht der DB wurde von unserer Landesregierung durchgesetzt. Die DB hat die Auflagen des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) bis heute nicht erfüllt: nämlich die Vorlage genehmigungsfähiger Baupläne für sämtliche Bau-Abschnitte. Dies sieht man jetzt insbesondere beim geplanten Flughafen-Bahnhof. Eine bessere Planung kostet einige Millionen mehr. Diese Mehrkosten verlangt die Bahn von den Vertragspartnern. So wird es weitergehen. Die Bahn hat schon an vielen Stellen mit Bauarbeiten begonnen, obwohl die Gesamtfinanzierung nicht gesichert ist. Es werden vollendete Tatsachen geschaffen und die Beteiligten werden erpressbar.

Unerträglich für mich ist dabei, dass es ausgerechnet bei uns im Ländle ein derartiges Großprojekt geben soll, bei dem eine bisher sehr gute und intakte Verkehrs-Struktur zerstört wird. Der Stuttgarter Hauptbahnhof war einer der pünktlichsten in ganz Deutschland. Und das, wo wir Schwaben doch eigentlich als sparsam bekannt sind und nichts wegschmeißen, was noch brauchbar ist.

Mit dem Motto des evangelischen Kirchentages nächstes Jahr in Stuttgart „Auf dass wir klug werden“ hoffe ich, dass es doch noch gelingt, dieses Projekt endgültig zu stoppen.

Leserbriefe

Expertenwissen oder Menschenverstand?

Rudolf Pfaff, Wendlingen. Zum Artikel „Eidechsenexperte hält Umsiedlung für schwierig“ vom 11. August. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen – die umgesiedelten Eidechsen sind nach einem Jahr verschwunden. Diese undankbaren Wesen verschmähen offenbar die vom BUND für sie eigens…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe