Leserbriefe

Die Ausgangsbasis war damals anders

13.03.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. Wolfgang Bone, Lenningen-Gutenberg. Zum Tagesthema „Zug um Zug“ vom 6. März. Herr Reisinger „lügt mit der Wahrheit“ wenn er behauptet, die Politik müsse tun, was ihr per Volksabstimmung aufgetragen worden sei. Bei der Volksabstimmung ging es um Kosten von 4,4 Milliarden Euro, nicht um 6,4 Milliarden Euro und eine Beteiligung des Landes in Höhe von 900 Millionen. Das Volk, das abgestimmt hat, wurde bewusst über die Kosten angelogen, von denen die Verantwortlichen doch schon lange wissen mussten, dass 4,4 Milliarden bei Weitem nicht ausreichen. Sollten sie es nicht gewusst haben, zeigt das ihre absolute Inkompetenz. Aber zu lügen ist ja leider nicht strafbar.

Der kleine Handwerker, der so rechnen würde, wäre längst pleite. Seine Rechnungen dürfen in der Regel zehn Prozent höher sein als der Kostenvoranschlag. Aber in der Politik ist das anders. Da kann man planen, verplanen, neu planen so viel man will, niemand wird zur Rechenschaft gezogen, der Steuerzahler zahlt ja. Die Verantwortlichen sollten selbst für die höheren Kosten aufkommen müssen, aus eigener Tasche zahlen, dann wäre das ganze Projekt längst beendet.

Wer nun glaubt, dass sich im Laufe der nächsten zehn Jahre die Kosten nicht weiter erhöhen, der muss schon recht naiv sein. Aber dann sind ja die Verantwortlichen längst im Ruhestand und genießen ihre sicherlich nicht gerade geringen Pensionen. Von den enormen Unterhaltskosten des neu geplanten Bahnhofes spricht übrigens niemand. Warum auch, man kann ja die Fahrpreise erhöhen und andere Bahnhöfe weiter verkommen lassen.

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