Leserbriefe

Die Argumente ziehen nicht

24.11.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Thomas Mitsch, Wendlingen. Zum Artikel „Kirche suspendiert Pfarrer nach SA-Vergleich“ vom 18. November. „Das ist so was Übles, das ist Terror, das kennen wir aus der SA-Zeit“ erklärte der Stuttgarter Pfarrer und Ex-CDU-Stadtrat Bräuchle bei einer Rede im Gasthaus Engel im Neckar-Odenwald-Kreis zu den Demonstrationen gegen Stuttgart 21. Damit liegt er auf der Linie, die gegenwärtig von den Befürwortern des Projektes gefahren wird. Obwohl diese siegesbewusst die Backen aufblasen, sind sie wohl zur Einsicht gekommen, dass sie mit ihren Argumenten wohl doch nicht so richtig punkten können. Zunächst wurden in dezentem Ziegelrot abgefasste, um Sachlichkeit bemühte Plakate aufgehängt. Diese können nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir Bürger zum Schluss die Zeche zahlen dürfen für ein Bauvorhaben, das heute schon viel zu teuer ist und dessen Nutzen in keinerlei akzeptablem Verhältnis zu den Kosten steht. Denn eines sagen einem schon der gesunde Menschenverstand und alle Erfahrungen mit Bauten dieser Art – es wird teurer als geplant.

S 21 ist auch ein Projekt, das eine weiteren Vergrößerung des Flugplatzes erzwingen soll. Die Flugbewegungen haben sich von 88 000 in 1998 auf 163 000 im Jahr 2007 fast verdoppelt – eine Steigerung auf 250 000 wäre eine Katastrophe. Eine zweite Startbahn für Charter- und Billigflieger müsste gebaut werden – mit schlimmen Folgen für die Menschen, nicht nur auf den Fildern, sondern auch in den Einflugschneisen vom Schönbuch im Westen bis zum Schurwald im Osten. Der Flächenverbrauch für die neue Startbahn würde je nach Variante zwischen 160 und 190 Hektar betragen. Die Bewohner der Fildern haben schon genug unter Dreck, Krach und Abgasen von A 8, B 27, Fildermesse und Flugplatz zu leiden. Dadurch verlieren die Fildergemeinden als Wohn- und Gewerbestandorte weiter an Attraktivität. Die Grundbesitzer bangen schon jetzt dem Tag entgegen, wenn das Planfeststellungsverfahren für die Fildern (endlich!) abgeschlossen ist und ihre Häuser direkt auf oder neben den Tunneleingängen stehen. Wer wollte dort noch wohnen? Wer mit Sachargumenten nicht weiterkommt, der pöbelt wie Bräuchle und beleidigt die S-21-Gegner als Chaoten, Krawallmacher und vertragsbrüchiges Pack, wie dies auf den neusten Plakaten der S-21-Befürworter zu sehen ist.

Leserbriefe

Ist Utopie auch am Neckar erlaubt?

Dorothea Röcker, Nürtingen. Zum Artikel „Infoveranstaltung zur Gartenschau“ vom 2. November. Eine Landesgartenschau ist ein zukunftsweisendes Projekt und muss deshalb ganzheitlich gedacht werden, wenn sie Entwicklungsprozesse in Gang setzen soll. Das Thema „Grüne Stadt am Fluss“ war schon immer…

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