Leserbriefe

Die Amerikaner und die Russen

11.10.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hartmut Schewe, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „Eklat im UN-Sicherheitsrat“ vom 26. September. Es ist schon erstaunlich, mit welcher Objektivität die Nato argumentiert. Wenn die USA und einige Nato-Schoßhündchen die gesamte Region mit Bombenteppichen, Kampfhubschraubern, bewaffneten Drohnen und gegebenenfalls eigenen Truppen in Angst und Schrecken halten, die Kollateralschäden (welch zynischer Begriff, der erinnert an Nazi-Sprech) in die Hunderttausende gehen, seit 1945 sind es Millionen US-Opfer, ist das in Ordnung. Denn das dient der Friedenssicherung, den Menschenrechten, der Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung der Völker. Bomben die Russen ausnahmsweise mit, ist das eine Barbarei. Oh, welche Heuchelei, oh, welche Doppelmoral! Auch was die aktuellen Aggressionen gegen Russland betrifft, so ist eine Legitimation vonnöten.

Und hier kommt der Willkürakt Chruschtschows 1954 sehr zupass, mit dem er die Krim der Ukraine zuschlug. Damals hat das mitten im Kalten Krieg – mit Verlaub – keine Sau interessiert, auch nicht in Washington oder Bonn. Aus gutem Grund. Denn das war ein reiner Verwaltungsakt innerhalb der UdSSR, völkerrechtlich ohne jeden Belang. Deshalb ist die Krim seit dem 18. Jahrhundert ununterbrochen ein Teil Russlands! Dennoch fand eine Volksabstimmung auf der Krim statt, an der die OSZE-Beobachter nichts auszusetzen hatten. Über 90 Prozent stimmten für Russland, darunter sehr viele, die nicht russischer Abstammung waren. Und das hat sehr viel mit dem Angriff der Kiewer Regierung auf das eigene Volk im Donbass und die Drohungen gegen die Krim zu tun!

Zum Abschuss von MH-17. Es ist erstaunlich, dass die Russen eine BUK-Abschussrampe aus Russland in die Ost-Ukraine geschickt haben sollen, um dort eine malaysische Zivil-Maschine abzuschießen und die Abschussrampe mit einer fehlenden Rakete anschließend nach Russland zurückzutransportieren. Letztgenanntes ist übrigens ein alter Hut, das Foto mit der fehlenden Rakete kursierte schon vor über einem Jahr im Internet. Und es seien über hundert Soldaten namentlich identifiziert worden. Das jedenfalls will eine niederländische Untersuchungskommission herausgefunden haben.

Hatten die angeblich russischen Soldaten eine Namensliste ausgefüllt? Oder trifft Folgendes zu: „Der kanadische OSZE-Beobachter Michael Bociurkiw war als einer der ersten vor Ort und hat seine Beobachtungen an den Trümmern der vorderen Sektion nur mit ‚very, very heavy machine gun fire‘ (schwerstem Beschuss mit Maschinengewehren) erklären können, wie er in einem Interview mitgeteilt hat. Dieser Teil des Interviews ist mittlerweile aus dem Netz entfernt worden.“ Seit Jahren fliegen dort keine russischen Jagdbomber mehr, um jeden Anlass zu Missverständnissen zu vermeiden.

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