Leserbriefe

Die AfD hat merkwürdige Anführer

06.10.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Reinhardt, Neckartenzlingen. Man mag es kaum glauben, es gibt nach allem was man hört, noch immer – oder muss man sagen: schon wieder? – Parteiführer in Deutschland, die die deutsche Wehrmacht der Nazizeit achten und ehren wollen. Es ist sicher richtig, dass die deutsche Wehrmacht zu Beginn des großen Krieges beachtliche militärische Leistungen vollbracht hat – unter Bruch jeden Völkerrechts, aber das stört ja wohl kaum?

Im Juni 1941 überfiel sie die Sowjetunion und rückte mit beachtlichem Tempo (Leistung!) bis Moskau vor. Alle Achtung? Nur hatte diese Superarmee leider vergessen, dass es einen Winter gibt – und war auf die Kälte vor Moskau halt nicht vorbereitet. Ich las mal, dass vor Moskau mehr deutsche Soldaten erfroren seien als vor dem Feind gefallen. Ob das genau stimmt, weiß ich nicht, aber ausgerüstet für einen Winterkrieg waren die Soldaten jedenfalls nicht. Eine tolle Leistung! Dass diese Wehrmacht am Ende gut halb Europa verwüstet hat und man die Toten dieses Krieges auf 80 Millionen schätzt – genau zählen konnte und kann man nicht. Tolle Leistung!

Mal abgesehen von sonstigen Dingen – es gibt da einiges. In keinem Krieg der Weltgeschichte hat es so viel Tote und so viel Zerstörung gegeben. Tolle Leistung! Oder? Leute, die das erkannt haben und herausposaunen, gehören jetzt in den Deutschen Bundestag! Na ja. Endlich? Und da gibt es in der Tat Großanführer, die in aller Offenheit dafür eintreten, dass diese „Deutsche Wehrmacht“ wieder mehr geachtet und geehrt wird. Kaum zu glauben! Und diese merkwürdigen Herren und Damen sitzen ab jetzt im Deutschen Bundestag und kassieren saubere Diäten! – und sie feiern so etwas wie den Sieg einer Partei, die derartige Aussagen großartig findet.

Haben die keine Ahnung? – oder riskieren sie es einfach, mit solchen Ungeheuerlichkeiten Stimmen zu fangen? Scheint ja leidlich zu klappen. Recht merkwürdige Gestalten – mit Äußerungen, die so unmenschlich, kriegsverherrlichend, sind, dass man es kaum glauben mag.

Leserbriefe

Die USA und der Strafgerichtshof

Hartmut Schewe, Aichtal-Neuenhaus. Zu den Artikeln „USA drohen Richtern mit Einreisesperren“ und „Bundeswehr in Syrien“ vom 11. September. Dass Richter und Strafverfolgungsbehörden von Drogenkartellen, Mafiosi und in Bananenrepubliken bedroht werden, ist nichts Neues. Völlig neu ist jedoch…

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