Leserbriefe

Die Ärzte und die Praxisgebühr

26.01.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. Jan Fitzner, Wendlingen. Zum Artikel „Kassen präsentieren die Rechnung“ vom 23. Januar. Als 2004 schon einmal eine Kassen-Zusatzgebühr (fälschlich „Praxisgebühr“ genannt) eingeführt wurde, war diese als Zugangshürde zum Gesundheitssystem gedacht, damit nicht, wie wir lasen, wegen „jedem Pickel“ zum Arzt gegangen wird. Diese Kassenidee hat versagt, denn mit statistischen 18,1 Arztbesuchen pro Jahr nehmen die Deutschen weiterhin eine internationale Spitzenposition ein, im Gegenteil, man ging sogar häufiger zum Arzt, denn 2004 lag jene Zahl noch bei 16,4.

Obgleich sich das Konzept als vollkommen untauglich erwiesen hatte, wurde es beibehalten, da es Geld einbrachte, ohne die geringsten Unkosten zu verursachen. Kassen und Gesetzgeber hatten sich nämlich eine besonders perfide Art des Geldeintreibens erdacht: Sie nehmen uns Ärzten die 10 Euro pro Quartal und pro Patient erst einmal im Vornherein weg, das heißt, sie buchen den Ärzten bei einer durchschnittlichen Praxis, die etwa 1000 Patienten im Quartal betreut, von vornherein 10 000 Euro ab, und es bleibt uns dann überlassen, das Geld bei den Patienten zu erbitten, zu verwalten und zu verbuchen, den Ärger und die Zeit zu investieren.

Eine Einzugs- oder Verwaltungsgebühr wurde uns zudem verboten, doch auf den Aufwand einfach zu verzichten, stehen wir finanziell nicht lange durch. So haben wir und viele Ärzte eine Zusatzhelferin für das Einziehen der Kassengebühr einstellen müssen, es war technische Aufrüstung nötig und es gibt vor und hinter dem Tresen reichlich Fronarbeit für die Kassen zu erledigen.

Vor diesem Hintergrund wirkt es absolut befremdlich, wenn Kassen damit Werbung machen, sie würden bei bestimmten, sich kassenfreundlich verhaltenden Patienten auf das Einziehen der 10 Euro verzichten. Und ganz neu lässt es nun aufhorchen, wenn sie verlauten lassen, das Einziehen von 8 Euro Zusatzbeiträgen werde eine Milliarde Euro Verwaltungsgebühr verschlingen. Eine Milliarde, die letztendlich erneut die Patienten aufbringen müssen, ohne Gesundheitsleistungen dafür zu bekommen.

Leserbriefe

Ein Lob für den Nürtinger Bauhof

Astrid Kipp, Nürtingen. Der Bauhof hat ein Lob verdient, denn Tannenbaum ist nicht gleich Tannenbaum. Der Bauhof zeigt Vielfalt. Zurzeit lohnt sich ein Gang durch das kleine Wäldchen vor dem Weihnachtsmarkt. Ich war erstaunt, was es dort alles zu sehen gab. Der exotischste Name war für mich…

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