Leserbriefe

Die Achtung vor den Mitmenschen fehlt

20.01.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Rüdiger von Berg, Rödental, Bankdirektor i. R. „Wehret den Anfängen“ oder „Aller guten Dinge sind drei“ sind die Sprichwörter, die den Kunden, Mitarbeitern und Vorständen der Volksbank Kirchheim-Nürtingen durch den Kopf gegangen sind. Sie haben in einer kritischen Situation nicht weggesehen, sie haben trotz eigener Existenzängste Zivilcourage bewiesen. Das radikale Damoklesschwert über der Belegschaft wurde gemeinsam entschärft. Mit solchen „Führungsinstrumenten“, stets in Verbindung mit dem „Feigenblatt“ einer Beratungsgesellschaft, arbeitete Herr Mohr auch schon bei früheren Arbeitgebern. Als aufmerksamer Leser der Geschehensabläufe und langjähriger Mohr-Kenner habe ich selbst zwar volles Verständnis für geschäftspolitische Erfordernisse und Zwänge in einer Bank, jedoch sollte man bei der Wahl seiner Mittel stets die Verhältnismäßigkeit bei der Umsetzung wahren.

Herr Mohr ist ein Banker mit profunden Fachkenntnissen. Was ihm aber durch Kinderstube, Schule und durch Erfahrungen im Leben nicht vermittelt wurde, ist, dass zu einer Führungskraft neben dem Fachwissen auch Respekt vor anderen, Ethik und Humanität gehören. Gerade eine Genossenschaftsbank hat die Aufgabe, den Bedürfnissen ihrer Kunden und Mitglieder gerecht zu werden. Keinesfalls dient sie dazu, das persönliche Ego eines einzelnen Vorstandes zu befriedigen.

Ich habe Respekt vor der gesamten Führungsebene der Bank, die lieber geschlossen das Institut verlassen hätte, als unter der Führung des Axel Mohr jahrelang zu leiden. Wider Erwarten gab es in Kirchheim-Nürtingen keine schweigenden und dann still leidenden Mehrheiten. Offenbar hat auch die von Mohr indoktrinierte Beratungsgesellschaft den Bogen als Erfüllungsgehilfe ihres Mentors überspannt.

Wenn eine Führungskraft zum wiederholten Mal bei einer Bank versucht, eine Belegschaft nach und nach auf die eigene Person einzuschwören und nicht auf die Bank, die sie bezahlt, dann spaltet man ein Unternehmen, anstatt es für den Konkurrenzkampf zu wappnen. Wenn des Weiteren Mitarbeiter ohne akuten wirtschaftlichen Grund in Existenzängste getrieben und Exempel statuiert werden sollen, dann will man diesen Menschen die Würde nehmen oder Widerstände brechen.

Wer bereits mehrfach in seiner beruflichen Vita ähnliche Probleme hervorgerufen hat und Schiffbruch erlitt, weil ihm Humanität und Achtung vor seinen Mitmenschen fehlen, der hat noch nie eine ehrliche Bilanz seines eigenen Handelns gezogen. Wer nicht willens oder in der Lage ist, seine Aufgabe kollegial zu meistern und lieber zu unfairen Mitteln greift, der reiht sich in die Reihe der Berufskollegen ein, die von der Gier nach vermeintlicher Macht und Anerkennung getrieben werden und über deren Schäden sich derzeit aktuell jeder Steuerzahler beklagt. Ich bin gespannt, wo dieser „Meister der verbrannten Erde“ die nächste Zerreißprobe inszeniert.

Leserbriefe

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