Leserbriefe

Deutschland und Europa

06.03.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Emil Neuscheler, Neckartailfingen. Respekt hat unsere Kanzlerin Angela Merkel verdient. Mit vollem Einsatz hat sie versucht, die Wogen in Europa zu glätten. Nach Sitzungsmarathon und etlichen Flugkilometern hätte man ihr mehr Soforterfolg gegönnt.

Bis jetzt sind nur Absichtserklärungen erfolgt. Die Kämpfe in der Ukraine gehen auch nach dem ausgerufenen Waffenstillstand weiter, obwohl auch in Minsk der russische Präsident Putin zugestimmt hat. Aber schon den unberechenbaren, egomanen Russen an den Verhandlungstisch gebracht zu haben ist ein Erfolg. Den Franzosen Hollande mit einzubringen war ein kluger Schachzug, so sprach der dominierende Teil Europas mit einer Stimme. Der Verzicht Obamas, Waffen in das Kriegsgebiet zu liefern, nach Intervention Merkels, hat zwar nicht zur Beendigung der Kämpfe geführt, aber zumindest keine weitere Eskalation verursacht.

Die Karikatur in der Nürtinger Zeitung vor einigen Tagen gibt das Desaster und die Zustände im Südosten Europas treffend wieder. Das Benehmen der neuen Regierung in Athen ist ungewöhnlich und ohne diplomatische Schminke eine Frechheit. Man provoziert die Währungsunion und fordert einen Schuldenerlass von 300 000 000 000 Euro von den Partnerländern. Die Bundesrepublik wäre mit 85 Milliarden dabei.

Trotz des flegelhaften Auftritts von Ministerpräsident Tsipras und Finanzminister Varoufakis wurden neue Finanzhilfen zugesagt, um ein Finanzchaos zu vermeiden. Die Zusage wird unserer pragmatisch denkenden Kanzlerin zugeschrieben und nicht dem knallharten Aus von Schäuble. Einen Dank aus Athen wird man nicht erwarten können. Man setzt auf persönliche Beleidigung und beharkt uns erneut mit Nazigeschichte und Reparationszahlungen.

Der Grexit würde auch Europa knallhart treffen. Putin, der russische Präsident, würde seine Chancen nutzen und seine Option mit Kapital verfestigen und auf dem unsicheren Balkan den Euroländern erhebliche Schwierigkeiten bereiten. Das ist zwar zunächst noch die Vision eines Horrorszenarios, aber bei den jetzigen Machtverhältnissen denkbar. Der legendäre Ruf Henry Kissingers nach einem europäischen Telefon ist erfüllt. Das gibt es jetzt mit Vorwahl Berlin.

Leserbriefe

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