Leserbriefe

Deutscher Pannenmeister?

25.10.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ralf Epple, Kohlberg. Auch ich bin leider tagtäglich von den zahlreichen Baustellen in und um Nürtingen betroffen. Sicher hat Bürgermeister Rolf Siebert zuweilen recht, dass es einige unglückliche Zustandsverkettungen gab, die uns die heutigen Probleme verschafft haben. Das muss jedoch nicht heißen, dass es kein ausgegorenes Umleitungsmanagement geben kann.

Mit den hiesigen zahlreichen Pannen kann Nürtingen wohl fast Deutscher Meister werden – im negativen Sinn versteht sich. Vor 20 Jahren noch war es völlig normal, dass bei einer gesperrten Hauptroute eine parallele Nebenroute geöffnet wurde und die Anwohner nahmen das verständnisvoll in Kauf, schließlich profitieren sie im Normalfall ja von der guten Hauptroute. Heutzutage wird aber jede noch so kleine Wohnstraße für den Durchfahrtsverkehr gesperrt und bleibt es auch – nicht nur bei Baustellen.

Die vielen Umwege, die dadurch in Kauf genommen werden müssen, belasten nicht nur die Bewohner der Hauptstraße (oft viel zahlreicher als die der Nebenstraßen), sondern auch die Umwelt und natürlich den Verkehrsfluss. Aber dass bei einer Baustelle schlagartig „nichts mehr geht“, kann einfach nicht sein.

Wir fahren nicht zum Vergnügen zur Arbeit, sondern um Geld für die hohen Steuern, die Sozialversicherungen und natürlich auch ein wenig für uns selbst zu verdienen. Da kann man erwarten, dass es einem die Behörden so erträglich wie möglich machen, dorthin zu kommen. Letztens fuhr ich mal wieder mit dem Rad zur Arbeit (28 Kilometer pro Strecke, deshalb leider nicht täglich möglich), diesmal die steilen Rampen durch Hardt hoch, die für Kfz gesperrt sind. Aber was sehe ich da? Auf dem Schild steht nicht etwa „Verbot für Kfz aller Art“ (Zeichen 260), sondern „Verbot für Fahrzeuge aller Art“ (Zeichen 250), also auch für Fahrräder! Ich weiß nicht, ob mir dazu jemals eine plausible Erklärung einfallen wird. Allerdings empfehle ich Oberbürgermeister Heirich dringend, sein Planungspersonal auf den Prüfstand zu stellen!

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