Leserbriefe

Der Streit um die Johanneskirche

10.02.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Klaus-Dieter Tempel, Nürtingen. Zum Artikel „Neubau anstelle eines Umbaus“ vom 2. Februar. Der Beschluss des Kirchengemeinderats Wendlingen für den Abriss der Johanneskirche und für die Errichtung eines Gemeindezentrums war zu befürchten. Die Mitglieder des Freundeskreises der Johanneskirche, zu denen ich auch gehöre, sind sehr enttäuscht – und nicht nur das, sie sind zornig und wütend.

Selbstherrlich und in angemaßter Kompetenz gingen die Kirchengemeinderäte über fast 1500 Unterschriften von Unterboihingern für den Erhalt hinweg. Es wurde einfach behauptet, dass die Unterschriftslisten teilweise verfälscht seien. So hat es mir ein Abrissbefürworter im Kirchengemeinderat selbst gesagt. Alle Bitten des Freundeskreises wenigstens um Aufschub, um Zeit zu gewinnen für eine Lösung, die für beide Seiten erträglich ist, wurden mit dem Votum des Kirchengemeinderats brüsk zurückgewiesen.

Vor etwa zwei Wochen fand eine Gemeindeversammlung statt, die den Eindruck erwecken sollte, dass auch der Freundeskreis seine Argumente für den Erhalt vorbringen könne. Das war leider nicht der Fall. Die Vertreter des Freundeskreises bekamen nur wenige Minuten Redezeit, während die Befürworter des Abrisses sich ohne Einschränkung verbreiten durften. Herrn Bürgermeister a. D. Kohler wurde sogar vom Moderator das Mikrofon aus der Hand gerissen. Er durfte seinen kurzen Beitrag nicht zu Ende bringen. Noch nie in seinem Leben sei er so respektlos behandelt worden, wie er mir selbst sagte.

Die Vertreter der Kirchengemeinde schauten schweigend zu. Dabei glauben sie immer noch, trotz eines Abrisses ließe sich der Frieden in der Gemeinde bewahren. Eine Illusion! Es wird Austritte geben und Ummeldungen in andere Gemeinden.

Das Abstimmungsergebnis im Kirchengemeinderat war keineswegs eindeutig – mit acht zu fünf Stimmen. Das heißt doch, innerhalb der Wendlinger Mitglieder besteht eine Pattsituation. Da alle drei Pfarrer für den Abriss stimmten, müssen letzten Endes sie allein verantworten, was jetzt geschehen wird. Dabei übersehen sie, dass ein Pfarrer nur auf Zeit in einer Gemeinde ist.

Die bisherige Aufenthaltsdauer der Pfarrer in Wendlingen lässt vermuten, dass ihr Bleiben nicht mehr allzu lange dauern kann. Zwei Pfarrer sind 17 und 20 Jahre in Wendlingen, länger als allgemein üblich, und der dritte wird aus Altersgründen spätestens in drei Jahren in den Ruhestand gehen. Und dann treffen sie Entscheidungen, die für die nächsten 100 Jahre Gültigkeit haben sollen oder noch länger! Für mich völlig unverständlich.

Eine Befragung der ganzen Gemeinde über die Zukunft der Kirche wäre jetzt angemessen, nachdem schon beide Gemeindehäuser, ohne die Gemeinde zu fragen, verkauft wurden. Deren Räume werden nun schmerzlich von den Gruppen und Kreisen vermisst.

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