Leserbriefe

Der Staat und die Religion

04.04.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Helmut Weber, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „CDU sucht nach gerichtsfestem Kopftuchverbot“ vom 26. März. Religionsfreiheit ist das Stichwort für die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zu Gunsten der Kopfbekleidung von moslemischen Staatsbediensteten: eine Entscheidung, die den Gesetzgeber ansprechen muss. Jede Art von Religion – wir brauchen dazu keinen Islam, auch das Christentum heute ist in der Lage, ein Unrechtssystem zu gründen und langfristig zu etablieren, wenn Glauben eine staatstragende Rolle spielt.

Geschichte und Gegenwart beschwören deshalb die strikte Trennung von Staat und Kirche. Nur so sind freiheitliches Zusammenleben und Rechtssicherheit möglich. Deshalb haben dominierende Religionszeichen, die bereits Einfluss nehmen, weder im Klassen-, noch im Dienstzimmer etwas zu suchen. Für die Charakterbildung von Jugendlichen gibt es neutrale, weltoffene und spannende Möglichkeiten wie zum Beispiel den Berliner Ethikunterricht oder Philosophie.

Zur Klarstellung: Religion ist eine wichtige gesellschaftliche Orientierungs- und Tragfläche, aber bitte keine staatliche. Wer möchte, kann sich dazu noch per „Staat und Gesellschaft“ bei Rousseau beeindrucken lassen – also direkt am Gedankenfluss der Französischen Revolution, der wir unsere Entfesselungen zu verdanken haben.

Leserbriefe

Demokratie und Parteien

Christof Deutscher, Kohlberg. Zum Artikel „Immun gegen Schulz-Hype“ vom 22. März. Als Jugendlicher hatte ich mal einen Abreißkalender. Auf dem wurde täglich eine Frage gestellt, auf der Rückseite des Blattes fand sich dann die Antwort. An eine Frage erinnere ich mich noch genau: „Wo fand die…

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