Leserbriefe

Der sogenannte Bauernverband

09.07.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Lothar Roß, Aichtal. Zum Artikel „Chaos bei Genpflanzen schadet Bauern“ vom 2. Juli. Ausgerechnet der Bauernverband setzt sich dafür ein, die Verseuchung des bäuerlichen Saatgutes mit Gentechnik zu legalisieren. Warum kümmert der sich nicht darum, dass seine Mitglieder sauberes Saatgut erhalten? Wieso darf der sich überhaupt Bauernverband nennen? Seit Jahrzehnten vertritt der doch alle möglichen Interessen, nur nicht die der Bauern. Seit Heeremann arbeitet der Verband doch nur für die Agrarindustrie und die industrielle Landwirtschaft, die wirklichen Bauern werden nur als Beitragszahler gebraucht.

Der Verfall der Erzeugerpreise und der daraus resultierende Ruin der kleinen und mittleren Bauernhöfe war doch nur mit Hilfe des Bauernverbandes möglich. Nicht genug, dass das Urrecht auf die Verwendung von eigenem Saatgut durch Sortenschutzregelungen ausgehebelt wird, jetzt soll der Bauer auch noch die Verseuchung mit Gentechnik hinnehmen. Seit Jahren behaupten die Märchenerzähler von der Gentecindustrie, nicht zuletzt auch der „Experte“ Schier, die Koexistenz von Gentechnik und herkömmlicher Landwirtschaft sei kein Problem, und jetzt soll die Kontamination plötzlich unvermeidbar sein?

Gerade wenn der Rest der Welt sich mit Agrogentechnik verseuchen lässt, könnte ein gentechnikfreies Europa in Zukunft als saubere Genbank einen unschätzbaren Wert bekommen. Der angebliche weltweite Erfolg der Gentechnik kommt vor allem daher, dass die Länder der Dritten Welt in der Schuldenfalle sitzen. Weltbank, WTO und ähnliche Organisationen nutzen dies als Druckmittel, wer Geld braucht, muss zuerst Gentechnik und Patentrechte der Agroindustrie akzeptieren; auch kleine Spenden an Politiker sind manchmal hilfreich. In USA und Kanada ist eher ein Rückgang der Gentechnik festzustellen, allerdings ist es für die enttäuschten Bauern sehr schwierig, das Rad wieder zurückzudrehen. Monsanto überprüft nämlich die Felder nach Genpflanzen und stellt dann Strafanzeige. Selbst wenn diese Pflanzen ohne Verschulden des Bauern auf seinem Acker wachsen, wird er haftbar gemacht und zu gigantischen Geldstrafen verurteilt. Dies wird den Bauern auch hier in Zukunft blühen, ein paar Monsanto-Maispflanzen im Acker durch verseuchtes Saatgut und schon hat man eine Patentrechtsklage am Hals. Und genau in diese Falle will der Bauernverband seine Mitglieder locken. Den Bauern rate ich, ihre Verbandsvorstände in die Wüste zu schicken und einen neuen Verband zu gründen, der die wirklichen Interessen der Bauern vertritt.

Leserbriefe

Hochwasserschutz in Neckartailfingen

Sebastian Kurz, Neckartailfingen. Zum Artikel „Mit höheren Einnahmen Schulden getilgt“ vom 4. Oktober. Dem Artikel habe ich entnommen, dass der Gemeinderat zum wiederholten Mal den mangelnden Hochwasserschutz in der Gemeinde Neckartailfingen kritisiert und die Verwaltung zum Handeln aufgefordert…

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