Leserbriefe

Der S21-Showdown kommt näher

04.11.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Kommentar „Showdown“ vom 28. Oktober. In dem Kommentar „Showdown“ hat Konstantin Schwarz beschrieben, wie sich „die Halbwertszeit der schlechten S21-Nachrichten“ verkürzt: Bahnvorstand Ronald Pofalla hat im sogenannten Lenkungsausschuss zwar noch nicht das Ende von S21 verkündet, aber zumindest sind weitere Milliarden Kostensteigerungen in unbekannter Höhe zu erwarten und der vorläufige Arbeitstitel muss in „Stuttgart 2024“ geändert werden.

Mehr Wahrheit und Transparenz kann und will die Bahn nicht bieten. Deshalb wurde ein weiteres Gutachten für Dezember angekündigt, damit dann „alles auf den Tisch“ kommen kann, also auch die weiteren Kostensteigerungen. Dieses weitere Gutachten ist für den Bahn-Aufsichtsrat in Berlin besonders kritisch, da noch nicht einmal das seit mehr als einem Jahr bereits vorliegende KPMG-Gutachten gründlich beraten wurde, weil es immer noch als geheim gilt. Der trotzdem bekannt gewordene Inhalt ist sehr problematisch, da wegen der Anhydrit-Gefahr in den langen S21-Tunneln und anderer Punkte dringende Warnungen vor einem S21-Weiterbau geschrieben wurden.

Die ursprüngliche Kosten-Sollbruchstelle des Ex-Bahnchefs Grube von 4,5 Milliarden Euro wurde zwar schon auf noch nicht genehmigte 6,526 Milliarden Euro erhöht und dann als gerade noch wirtschaftlich bezeichnet. Wenn die Kosten-Ehrlichkeit sich jetzt aber bald den zehn Milliarden nähert, die der Bundesrechnungshof schon angekündigt hat und die auch in einem Gutachten der renommierten Münchener Verkehrsberatung Vieregg und Rössler stehen, dann darf der Aufsichtsrat nicht mehr zustimmen. Dann helfen auch keine weiteren Verschiebungen von Aufsichtsrats-Sitzungen mehr – die persönliche Haftung droht!

Der „Showdown“ kommt also näher und die Freunde des Kopfbahnhofs hoffen, dass Stuttgart 21/24 „auf der Strecke“ bleibt, denn die sinnvollen Vorschläge für den Umstieg 21 und einen Bahnverkehr mit Zukunft liegen seit Langem vor und können zügig und mit Milliarden-Einsparungen umgesetzt werden. Vielleicht erinnert sich Ronald Pofalla an seine Merkel-Kanzleramtszeiten und verkündet vor der Presse: „Hiermit erkläre ich Stuttgart 21 für beendet!“ – nichts ist unmöglich.

Leserbriefe

Überhört Herr Grabitz kritische Stimmen?

Kai Hansen, Nürtingen. Zum Artikel „EU droht Milliardenklage wegen Pflanzenschutzmittels“ vom 11. November. Der Journalist Markus Grabitz gewährt dem weltgrößten Glyphosat-Hersteller Monsanto auf Seite eins der Wochenendausgabe der Nürtinger Zeitung eine prominente Bühne und betreibt zudem deren…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe