Leserbriefe

Der neue Schillerplatz

17.06.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. Dieter Pfeiffer, Nürtingen. Zum Kommentar „Positiv rangehen“ vom 11. Juni. Als Anlieger bedanke ich mich für die kritischen Stimmen zur Café-Bistro-Planung am Nürtinger Schillerplatz. Vollmundige Ankündigungen einer Nürtinger Invest-Firma auf eine Patentlösung haben zu einem Realitätsverlust geführt.

Der Veranstaltungswert und die Ausstrahlung des historisch gewachsenen Schillerplatzes sind Nebensache geworden. Meine Nachforschungen in Neuhausen/Filder, Denkendorf und Esslingen ergaben, dass die dortigen Bistros keinerlei Bezug zur komplizierten Situation vor der hiesigen Kreuzkirche haben. In Esslingen fällt auf, dass der große Marktplatz frei von jeglichen Ergänzungsbauten ist. Im benachbarten Maille-Park ist das Café-Bistro unauffällig am Rand angesiedelt.

Der angedachte Nürtinger Glas-Container (die Betonrückwand ist in der aktuellen Zeitungsskizze ausgeblendet) fokussiert sich zum werbeträchtigen Blickfang, die Kreuzkirche wird zergliedert. Die Türöffnungen nach drei Seiten werden ausgedehnte Außenbewirtschaftung auslösen, sodass der vor Jahren verworfene „Biergarten“ eine Neuauflage auf höherem Niveau erfährt. Der Marktablauf entlang der Kreuzkirchzeile wird intensiv gestört werden. Folglich soll Platz geschaffen werden!

Es ist angedacht, den Ochsenbrunnen zu reduzieren. Weiterhin soll die Busspur um die Mörikeschule geleitet werden. Steigert das die Verkehrssicherheit an einer Ganztagsschule?

Muss ein Café-Bistro unbedingt den Blick zum Ochsenbrunnen freigeben? Im Bereich zwischen Kreuzkirche und Stadthalle ist viel Platz. Warum erwägt man nicht dort eine Lösung im Sinne des Esslinger Maille-Parkes?

Auf dem Schillerplatz kann ich mir nur eine maßvolle Vergrößerung des Brezelhäusles mit kleiner Außenbewirtschaftung am Wochenende und angegliedertem öffentlichen WC vorstellen. Letzteres ist ja ein ungelöstes Problem für die Besucher der Innenstadt! Blinder Aktionismus durch „in den Startlöchern stehende Investoren“ sind mit Vorsicht zu genießen, denn die Gegenrechnung bedeutet lange Knebel-Mietverträge mit der Stadtverwaltung. Es bleibt zu hoffen, dass das ersehnte braune Werbeschild auf der Autobahn nicht die Zusatzbezeichnung erhält: „Nürtingen – Dichter- und Bausünderstadt“.

Leserbriefe

Nicht nur gegen die AfD demonstrieren

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