Leserbriefe

Der Krieg in der Ukraine

10.02.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zu den Berichten über die Vermittlung der Bundesregierung im Ukraine-Krieg. Meine Urgroßmutter hatte auf ihrem Nachtkästchen viele Fläschchen mit Wässerchen stehen, neben Pülverchen in Döschen. Und sie sagte dazu „Bais vertreibt Bais“. Sollte heißen, mit Bösem, also mit gewöhnlich Giftigem, kuriert man körperliche Übel. Eine homöopathische Weisheit.

In diesem Glauben hat sie die Döschen gleich ganz ausgelöffelt und mit den Wässerchen nachgespült. Das beschleunigte ihr Ende, wie meine Mutter erzählte. Die Bestattung auf dem Alten Friedhof, kurz nach dem Krieg, habe ich in guter Erinnerung. Es war meine erste als Mitglied einer Trauergemeinde.

Später sind mir zwei erfolgreiche Maßnahmen bekannt geworden, die derselben Logik folgen. Man kann einen Waldbrand begrenzen, indem man der Feuerwalze ein gelegtes Feuer entgegenlaufen lässt. Das entzieht dem Brand den Brennstoff. Und ausufernde Brände von Ölquellen kann man ersticken, indem man Dynamit in der Brandquelle zündet. Mit derselben Wirkung. Es macht puff, und aus die Maus.

So ähnlich, aber eben aussichtslos, kommen mir die Wildwestmethoden der US-Republikaner vor. Diese Herrschaften im John-Wayne-Format wollen Herrn Putin und seine Urlaubskrieger aus der Ostukraine vertreiben, indem sie der ukrainischen Armee Waffen liefern. Piff, paff, puff! Diese Vorstellungen haben das Niveau von „Clash of Clans“, dem Computerspiel, wo Macht mit Geld und Gewalt und Waffenspiel auf- und ausgebaut wird.

Ich hoffe, dass die unermüdlichen Bemühungen unserer Bundeskanzlerin Erfolg haben. Auch um den Preis, dass Putin die Landkarte anders einfärbt, denn es gibt auch ein Europa nach diesem narzisstischen Egomanen. Sonst werde ich es hinnehmen müssen, dass mein Leben nach einem Beginn im Krieg auch im Krieg enden wird. Was meinen Glauben an die menschliche Dummheit stärken und alles zu Makulatur erklären würde, was ich meinen Kindern und Enkeln vermitteln wollte. Dennoch rufe ich unverzagt: Keine Macht den Doofen!

Leserbriefe

Überhört Herr Grabitz kritische Stimmen?

Kai Hansen, Nürtingen. Zum Artikel „EU droht Milliardenklage wegen Pflanzenschutzmittels“ vom 11. November. Der Journalist Markus Grabitz gewährt dem weltgrößten Glyphosat-Hersteller Monsanto auf Seite eins der Wochenendausgabe der Nürtinger Zeitung eine prominente Bühne und betreibt zudem deren…

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