Leserbriefe

Der Iran heute und zu Zeiten des Schahs

27.01.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. Wolfgang Bone, Lenningen-Gutenberg. Zum Leserbrief „Die geliebten Feindbilder“ vom 21. Januar. Woher Herr Reinhardt seine Kenntnisse über die so schöne heile Welt des Iran hat, weiß ich nicht. Aber ich glaube nicht, dass die wenigen Korrespondenten, die in diesem Lande zugelassen sind beziehungsweise sich dorthin trauen, alle lügen. Und auch die schockierenden Nachrichten, die wir von Amnesty International immer wieder hören, sind sicherlich keine Hirngespinste. Auch die Nürtinger Zeitung berichtete noch im vorigen Jahr: Da kommt ein 14-jähriges Mädchen nach einer Vergewaltigung vor Gericht und soll gesteinigt werden, der Täter bleibt unbehelligt. Da werden Frauen, die es gewagt haben, mit langen Hosen bekleidet auf die Straße zu gehen, ausgepeitscht. Da werden zwei männliche Jugendliche (Minderjährige), die bei sexuellen Spielereien erwischt wurden, ausgepeitscht und dann erhängt.

Im Urlaub lernte ich einen Arzt kennen, der aus dem Iran geflüchtet war. Er meinte, unter dem Schah habe zwar auch Diktatur geherrscht, aber gemessen an dem, was heute in seinem Lande geschehe, sei das harmlos gewesen. Damals sei man politisch verfolgt worden, aber persönlich beziehungsweise privat habe man weitgehende Freiheit gehabt. Im Gegensatz zu heute habe es auch Religionsfreiheit gegeben. Auch unter dem Schah habe es Folter gegeben, aber nicht vergleichbar mit den heutigen Zuständen. Nach den Studentenunruhen vor einigen Jahren seien Dutzende von Studenten in die Häuser hinein verfolgt, brutal vergewaltigt und dann aus mehrstöckigen Häusern aus den Fenstern geworfen worden.

Er sei gläubiger Moslem und trinke auch keinen Alkohol. Aber unter dem Schah sei das möglich gewesen, heute würde es streng bestraft. Ich denke auch an die Rede des iranischen Präsidenten, in der er die Auslöschung Israels forderte und die wir im Fernsehen hören konnten. Haben das etwa die Dolmetscher nur falsch übersetzt, um Feindbilder aufzubauen?

Leserbriefe

Die Gutmenschen und die Bundesregierung

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