Leserbriefe

Der Hüttensee und die Unterbringung

23.04.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Mathias Schwarz, Wendlingen. Zum Artikel „Stadt schafft weiteren Wohnraum für Flüchtlinge“ vom 9. April. Wendlingen hat mit dem Schäferhauser See und dem Hüttensee ein tolles Naherholungsgebiet. So auch auf der Website beworben. Der erste wird heute schon vernachlässigt (der Weg am Hüttensee ist toll gepflegt und die Hecken zurückgeschnitten. Für den Schäferhauser See benötigt man bald eine gute Machete), dennoch bietet er einen beliebten Weg für Spaziergänger, Jogger und ganze Familien.

Die geplante Anschlussunterbringung wird die meisten zum Hüttensee oder ganz aus dem Naherholungsgebiet vertreiben. Einige Meter weiter vom geplanten Bau befindet sich ein schöner Spielplatz. Ob diesen weiterhin Mütter und Väter mit ihren Kindern aufsuchen werden? Wie gut, dass es so viele andere Spielplätze in dem Viertel gibt. Schade auch um den guten Bolzplatz! Man mag daran zweifeln, ob ihn in Zukunft viele Kinder nutzen werden. Schön, dass so wenige Autos das Viertel durchqueren und die Kinder sorgenfrei auf den Straßen Ball spielen können. Wer benötigt da schon einen Bolzplatz?

Riesige alte Bäume wurden abgeholzt für den geplanten Bau, beeindruckende Stümpfe zeugen in einer hässlichen Lücke vom einstigen Lebensraum für allerlei Tiere. Aber halt, es ist ja nur ein Naherholungsgebiet. Wen interessieren schon Bäume, wo er doch schicke Holzhütten anschauen kann. Vor Jahren war die Ecke vor den Gleisen ein Brennpunkt. Die Umsiedlung von Sozialbauten hat diesen Brennpunkt abgeschwächt. Die Stadt hat sogar Straßennamen umbenannt (hallo, Hechtweg?), um die Bürger nicht mehr daran zu erinnern. Und jetzt baut sie dort eine Anschlussunterbringung für anerkannte Flüchtlinge und Obdachlose. Wo bleibt da die Logik?

Vielleicht sollte jemand mitdenken und für eine bessere Integration und ein geringeres Risiko auf einen sozialen Brennpunkt die Flüchtlinge in kleineren Gruppen in der ganzen Stadt verteilen. Dass die Stadt kein Bauland dafür hat, ist unglaubwürdig, bei der Masse an Neubaugebieten. Sie hat wohl nur Bauland, für das sie ein besseres Klientel vorsieht – und welches der Stadt Geld einbringt.

Man könnte auch darüber diskutieren, ob es für die anerkannten Flüchtlinge ein so tolles Plätzchen ist, am Stadtrand, im Hochwassergebiet, hinter den Gleisen, fernab von Einkaufsmöglichkeiten und den Angeboten der Stadtmitte, aber das überlasse ich anderen. Willkommen, schöner neuer Ortseingang.

Leserbriefe

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