Leserbriefe

Der Feinstaub und das Bauen

27.02.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Heidi Götzl, Nürtingen. Zum Kommentar „Alarm, Alarm!“ von 25. Februar. Stuttgart hat ein Feinstaub-Problem, jedenfalls ein Feinstaub-Messproblem. Zur Lösung empfiehlt der Autor, was alle fordern und auf den ersten Blick naheliegt: Verzicht auf das Auto, und wenn das auf freiwilliger Basis nicht funktioniert, dann eben Fahrverbote.

Leider steht zu befürchten, dass die Feinstaub-Messwerte selbst bei einer Reduzierung des privaten Verkehrs um mehr als 50 Prozent immer noch an zu vielen Tagen über den vorgeschriebenen Grenzwerten liegen werden. Der Grund ist simpel, nur spricht und schreibt niemand darüber: Stuttgarts Feinstaubproblem ist hausgemacht durch die Kessellage und die konsequente Verschlimmerung durch falsche Baumaßnahmen.

So sind in den vergangenen Jahrzehnten die meisten Frischluftschneisen der Landeshauptstadt zugebaut worden, was den dringend nötigen Luftaustausch weiter verschlechtert hat. Dazu kommen starke Bautätigkeiten in den Höhen- und Halbhöhenlagen, was zu einer weiteren Bauverdichtung bei gleichzeitiger Verringerung der Begrünung führt – und die Blätter von Bäumen und Sträuchern filtern nunmal einen Teil des Feinstaubs aus der Luft.

Darauf haben verschiedene Stadtplaner und Umweltbüros auch mehrfach hingewiesen, leider stießen sie auf taube Ohren. Auch die dringende Empfehlung, auf eine Wiederbebauung entlang der Willy-Brandt-Straße zu verzichten und damit die Belüftung an der Messstelle Neckartor zu den mittleren Schlossanlagen hin wesentlich zu verbessern, wurde in den Wind geschlagen.

Wenig hilfreich beim Thema Feinstaub ist übrigens auch die Idee, mitten in der Stadt ein riesiges Loch mit entsprechend reger Baumaschinen-Tätigkeit zu buddeln.

Leserbriefe

Abstrakte Argumente von de Maizière

Christoph Traube, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Kauder will notfalls Verfassung ändern“ vom 5. Januar. Unser Bundestagsabgeordneter, Michael Hennrich, kritisiert demnach, dass von den Kritikern des Bundesinnenministers keiner sage, was die Vorteile der jetzigen Regelungen seien. Das erstaunt…

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