Leserbriefe

Der FDP fällt immer nur ein: selber schuld

23.01.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wolfgang Braun, Neckartenzlingen. Zum Leserbrief „Nürtingen muss sich anders aufstellen“ vom 19. Januar. Mit diesem abgeschmackten Unternehmensberatergerede beeindruckt Herr el Miniawy allenfalls noch ein paar Zeitgenossen, die glauben, sie würden eine „Leistung“ (wie sieht die aus?) „tragen“ und hätten dadurch Anspruch, dass ihnen jeder noch so große Unfug geglaubt wird.

Auch Herr el Miniawy kann dadurch, dass er Oberbürgermeister Heirich Worte in den Mund schiebt, die dieser so nicht gesagt hat („dass Nürtingen 22 Millionen fehlen“), nicht davon ablenken, dass Steuersenkungen zugunsten der Besserverdienenden und Millionenerben letztendlich den ärmsten Mitbürgern am schlimmsten zu schaffen machen. Herr el Miniawy sagt zwar richtig, dass die Wirtschaftskrise für die Schulden unserer Stadt verantwortlich ist – allerdings ist für die Wirtschaftskrise ein Denken verantwortlich, das dem der FDP nicht gerade fernsteht.

Es ist ungerecht, der Stadt pauschal vorzuwerfen, sie habe die Ansiedlung kleinerer und mittlerer Unternehmen vernachlässigt. Die „Bachhalde“ war vielleicht nicht der Weisheit letzter Schluss (und der „Große Forst“ schon gar nicht), aber die Konflikte, die aus diesen Ansiedlungsplänen entstanden, zeigen, dass aufgrund der speziellen Lage von Nürtingen die Ansiedlung neuer Gewerbe schwierig ist. Besonders wenn man gleichzeitig für „gut verdienende Einwohner“ attraktiv sein will. Die mögen es halt nicht so sehr, wenn sie vom Rand ihres Swimmingpools auf Autowerkstätten, Schrottplätze und andere ästhetisch fragwürdige, lärmende und streng riechende Gewerbeanlagen schauen würden.

Wenn’s bei der Ausgewogenheit von Kosten und Einnahmen falliert, fällt der FDP immer nur eines ein: selber schuld! Entsprechend sind auch ihre sozialpolitischen Vorstellungen. Hartz-IV-Empfänger: selber schuld! Arme Rentner: selber schuld! Miese Krankenversicherung: selber schuld! Vielleicht sind auch die Stadt Nürtingen und andere Kommunen deshalb an ihren knappen Finanzen „selber schuld“, weil sie der FDP zu wenig Parteispenden zukommen ließen und deshalb keine Fürsprecher bei der Verteilung von Steuergeschenken hatten. Die Meldungen der letzten Tage zeigen, dass der alte Spruch „wer gut schmiert, der gut fährt“ gerade für diese Partei immer noch gilt.

Leserbriefe

Profitmaximierung statt Naherholung

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