Leserbriefe

Der Erzengel Gabriel, Ceta und TTIP

19.10.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Helmut Weber, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „Zieht Karlsruhe bei Ceta die Notbremse?“ vom 13. Oktober. Manchmal einigt der Versuch einer Gute-Nacht-Geschichte Gottvertrauen, Ego und Auftrag. Er drehte schon lange daran und bemühte sich; schließlich schickte die Göttliche Erzengel Gabriel hinaus, der Welt glückliche Zeiten zu verkünden. An seinem rechten Flügel hing eine Box, deren Inhalt für die gedacht war, die absolutes himmlisches Vertrauen verdienen. Für den restlichen Normalbürger interpretierte er nur die Eigenschaften der geheimen Ladung. Wohlstand für alle und Zufriedenheit waren Begriffe, die sich dabei aufdrängten.

Nun gibt es aber immer eine Anzahl mit Intelligenz ausgestattete Menschen, die entrückten Führungseigenschaften beziehungsweise solchen im überhobenen Bereich ein gesundes Maß an Misstrauen entgegenbringen, was übrigens durchaus gegenseitig ist. Nicht immer kam von oben Gutes, darüber herrscht Einigkeit. Einige Nihilisten vermuteten daher die Büchse der Pandora unter dem Flügel des Gekommenen, andere hielten die Box für eine zeitgemäße handliche Verdichtung der Bundeslade – zweimal nichts Erfreuliches. Dritte sprachen sich für einen Bluff aus, einen PR-Gag, um mit nichts Stimmung zu machen.

Manchmal sind Verkehrsverhältnisse nur ermüdend und bewirken ein zwingendes Schlafbedürfnis. Da Erzengel auch nur Menschen sind, suchte Gabriel in Berlin ein Nachtlager auf. Von Müdigkeit gezeichnet, vergaß er den rechten Flügel zu verstecken und so kam es, dass er, identifiziert, bereits kurze Zeit darauf Besuch hatte. Jemand machte sich heimlich an der Box des Schlafenden zu schaffen und kopierte deren Inhalt. Machen wir es kurz: da schlummerte ein Schriftwerk, anstatt mit Blut mit einfacher Tinte geschrieben, Seiten fehlten, Sätze entbehrten himmlischer Überlegenheit. Einige Papiere hatten typische Butterbrotflecken. Genaueres dazu wurde allerdings der Allgemeinheit nicht bekannt.

Ein eingeweihtes Komitee begann jetzt nach dem Sinn des Schriftwerks zu forschen, sich häufenden Ungereimtheiten sollte nachgegangen werden. Missfallen (zur Geheimhaltung des Dokuments) skandierende Gebetsgemeinschaften erhielten übrigens kurz darauf eine Nachricht zur Sache. Man gestand Nachbesserungsmöglichkeiten (für was?) ein und erklärte Gabriel als hoheitlichen Würdenträger für zu Würde belastet, um einfache Hilfestellungen zugunsten Menschen in Szene zu setzen – auch nicht bei allen guten Absichten, worauf der so Gelobte abhob. Während des Abflugs äußerte er sich noch dahingehend, wiederzukommen, auch wenn ein Prüfungsergebnis dem Papier wenig Erfolg zusprechen würde. Er habe eine Sendung und dazu eine erlauchte Meinung, eine von oben. Besorgte Mitmenschen überlegen in solchen Fällen immer, ob es nicht doch besser ist, Abgesandten die Einreiseerlaubnis zu entziehen.

Leserbriefe

Inklusion geht auch friedlich

Sabrina Kiefer, Oberboihingen, Mutter eines Kindes aus der Klasse 4b der Kirchrainschule Oberboihingen. Zum Artikel „Es knirscht im Gebälk“ vom 26. November. Ich bin Mutter eines Integrationskindes und bin sehr froh, dass es Integration beziehungsweise Inklusion gibt, denn mit dieser Hilfe kann…

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