Leserbriefe

Der Bundestag hat klar Kante gezeigt

17.06.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hartmut Schewe, Aichtal-Neuenhaus. Eigentlich wollte ich eine sarkastische Satire über Erdogan schreiben. Inzwischen ist die Zeit der Satire vorbei. Was er sich jüngst geleistet hat, überbietet alles, was in Friedenszeiten von einem „Staatsmann“ an Beschimpfungen, Unterstellungen und Beleidigungen gegenüber anderen Politikern und Völkern jemals zu hören war. Aber in diesen Dingen kennt er sich ja bestens aus. Schließlich hat er inzwischen circa 2000 Beleidigungsklagen eingereicht, die von der gleichgeschalteten türkischen Justiz bereitwilligst im vorgegebenen Sinne bearbeitet werden.

Auch sonst erinnern die Aktionen Ihrer Allwissenheit fatal an die Gleichschaltung in Deutschland 1933/34. Wohin das führte, ist bekannt. Es ist ein unglaublicher Vorgang, dass ein türkischer „Staatsmann“ deutsche Bundestagsabgeordnete türkischer Abstammung aufs Übelste beleidigt, damit schlicht denkende Landsleute aufhetzt bis hin zu Morddrohungen. Die Kosten für den notwendigen Polizeischutz müsste man dem Hassprediger vom Bosporus höchstselbst in Rechnung stellen. Er, der sich stetig in die Angelegenheiten anderer Länder einmischt, vornehmlich Deutschland, verbittet sich jegliche Einmischung in türkische Interessen. Das sind die, die er dafür hält. Neben anderen Unsäglichkeiten meinte er jüngst, Deutschland möge zuerst mal die eigene Vergangenheit aufarbeiten, bevor es andere Länder beschuldige.

Hier ist zuerst anzumerken, dass es kein zweites Land auf der Welt gibt, das derart gründlich seine Vergangenheit aufgearbeitet hat wie Deutschland. Aber da gibt es noch eine Lücke. Und die betrifft den Völkermord an den Armeniern. Zwar waren deutsche Truppen 1915 am Völkermord durch den osmanischen Verbündeten nicht direkt beteiligt, er wurde aber sehr wohl gesehen.

Bis heute lagern unzählige Dokumente von deutschen Soldaten, Offizieren, Diplomaten, Feldgeistlichen und Sanitätern über den Völkermord in den Archiven des Auswärtigen Amtes in Berlin. Reichsregierung und Kaiser wussten bestens Bescheid. Und hier stellt sich die Frage nach der deutschen Mitschuld am Völkermord. Vielleicht sollte die türkische Regierung einmal diese Quellen heranziehen und nicht die, die sie selbst zur Verfügung zu stellen anbietet. Denn wie sollen Quellen das Gegenteil eines Ereignisses belegen, das doch angeblich nicht stattgefunden hat?

Erfreulicherweise haben Bundestag, quer durch alle Parteien, und Bundesregierung endlich einmal sehr deutliche Worte gefunden, um die dummdreisten Anmaßungen des Rumpelstilzchens vom Bosporus unmissverständlich zurückzuweisen.

Leserbriefe

Die Stomleitung in den Boden verlegen

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Artikel „Wohnungsbau im Gewann Wasserfall“ vom 13. Juli. „Zur Hochspannungsleitung halten wir dabei gebührend Abstand“, meint Stadtplanerin Schreiber bei der Vorstellung der Wohnbaupläne am Schelmenwasen. Diese Maßeinheit bedarf einer Präzisierung: Was ist…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe