Leserbriefe

Der Ausstieg ist das kleinere Übel

23.11.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wolfgang Rieger, Köngen. Im Endspurt um die Volksabstimmung ziehen Projektgegner und -befürworter alle Register, um den noch schwankenden Bürger zu sich herüberzuziehen. Vor allem die Region und die Wirtschaftsverbände werden nicht müde, dem Bürger die Vorteile des Projektes schmackhaft zu machen, ohne aber seine Nachteile zu erwähnen. Für uns Bürger ist der Wert des Projektes für den Nahverkehr entscheidend. S 21 verbessert den Nahverkehr keineswegs generell und ist daher sein Geld bei weitem nicht wert, auch wenn einzelne Verbindungen günstiger werden. Die Köngener/Wendlinger haben eindeutig das Nachsehen, denn sie tragen nur die Lasten, haben aber keinerlei Nutzen von dem Bahnprojekt, und da sind wir nicht die einzigen.

Die geplante Infrastruktur ist weder für den Bürger noch für die Umwelt gut, ganz im Gegenteil: Fahrgastfreundlichkeit, Ergonomie und Sicherheit des jetzt schon bestehenden Bahnhofs kommen signifikant unter die Räder, das verschweigen die Hochglanzprospekte vornehm. Auch der Energieverbrauch im Tiefbahnhof wird durch Steigungen und Strömungswiderstände im Gegensatz zu den heute horizontalen Verkehrswegen signifikant zunehmen. Für den Kreis Esslingen und insbesondere das Neckartal als wichtigsten Teil und Köngen/Wendlingen tritt durch die reduzierten Verkehrsmöglichkeiten unter dem Strich eine Verschlechterung ein und keine Verbesserung. Zum Beispiel wird der Eilzughalt in Bad Cannstatt wegfallen, und die wichtige Direktverbindung Kirchheim–Herrenberg wird es durch den Linientausch nicht mehr geben. Die neue Relation Nürtingen–Ludwigsburg ändert daran nichts. Dass die Nürtinger schneller am Flughafen sein werden, mag sein. Doch weder deckt diese Relation einen relevanten Pendlerstrom ab, noch profitieren die umliegenden Gemeinden davon, insbesondere Wendlingen. Der Nahverkehr ist in erster Linie für Tausende von Arbeitnehmern der Region da und nicht für die Cityhopper mit dem Geldkoffer.

Angesichts der überwiegenden Nachteile für die Arbeitnehmer wird weder eine nennenswerte Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene eintreten, noch werden ökologische Effekte erzielt werden. Bürger, Stadt und Natur müssen auf Jahrzehnte hinaus die Zeche bezahlen, die uns die Immobilienhaie eingebrockt haben. Die Volksabstimmung stellt in der Tat Weichen: Unsere Kinder müssen wohl hundert Jahre mit diesem Murks leben. Die Bürger haben bei der Volksabstimmung die Wahl, das kleinere Übel zu wählen, und das ist der Ausstieg.

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