Leserbriefe

Der Abriss wäre eine Horrorvorstellung

16.07.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Fritz Otto, Wendlingen. Die Annahme, dass ein „Wegfall“ der Johanneskirche zu einer besseren Frequenz der Gottesdienste in der Eusebiuskirche führen würde, ist leider eine Illusion. Das Gegenteil würde eintreten: Die Wege ab Stadtmitte Wendlingen sind ähnlich beschwerlich wie vormals die Wege der Kirchgänger zum früheren „Otto-Kirchle“. Besonders schwer wöge die Enttäuschung der mehr als 1500 Anhänger der Johanneskirche, welche sich in einer beispielhaften Unterschriftenaktion für den Erhalt ihres über fünf Jahrzehnten geschätzten Gotteshauses engagiert haben.

Historisch gewachsene Werte würden ohne Not „mit Füßen getreten“. Erinnert sei an die frühen Jahre des 20. Jahrhunderts. Damals entstand das sogenannte „Otto-Kirchle“ mit Pfarrhaus, Schule und Friedhof aus einer Stiftung von Emma Otto geborene Engels, der Witwe von Robert Otto, dem Begründer des Wendlinger Textilunternehmens HOS, an die evangelische Kirchengemeinde von Unterboihingen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 kamen zahlreiche Heimatvertriebene hinzu, sodass das Otto-Kirchle „aus allen Nähten“ platzte.

In den folgenden Jahren fanden viele Heimatvertriebene Wohnungen in der weiteren Umgebung. Dies führte mit der Zeit zu einer Abnahme der Kirchgänger zum Otto-Kirchle. Um dieser Entwicklung zu begegnen, reifte die Entscheidung zu einem Kirchenbau in zentraler Lage der Stadt. Dies führte vor circa 50 Jahren zum Bau der Johanneskirche, wo die Gemeindemitglieder eine „neue Heimat“ fanden. Der entstandene engagierte Widerstand gegen den Abriss der Johanneskirche verdient daher allen Respekt. Die Stadt Wendlingen am Neckar darf sich glücklich schätzen wegen ihrer denkmalgeschützten Eusebiuskirche, wo neben den seelsorgerischen Aktivitäten auch großartige kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Viele zugezogene Wendlinger hätten ohne den Erhalt der Johanneskirche wieder dasselbe Problem wie die Neubürger in den Jahren nach 1945, als die Wege zum Otto-Kirchle zunehmend beschwerlicher wurden. Ohne den Erhalt der Johanneskirche würde für viele Kirchgänger wieder dieselbe Unzumutbarkeit der weiten Wege etwa zur Eusebiuskirche eintreten. Sollte der geplante Abriss der Johanneskirche tatsächlich Wirklichkeit werden, er wäre für viele Gemeindeglieder eine Horrorvorstellung.

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