Leserbriefe

Den Bock zum Gärtner gemacht?

11.11.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Karl-Heinz Frey, Nürtingen. Zum Artikel „Streit um die Neuffener Heide“ vom 4. November. Ein Lob an die Zeitung, wie kann sonst ein solches Thema öffentlich gemacht werden. Der Schwäbische Albverein hat Jahrzehnte die Heide gepflegt und dies sehr sachgerecht. Jetzt werden Maschinen die Ehrenamtlichen ersetzen. Dann kann man die Pflege auch der Straßenmeisterei übertragen. Ist das neue Konzept billiger oder verbirgt sich mehr dahinter? Das Landratsamt hat eine eigenartige Erklärung dafür. Ziel ist wohl eine Viehhaltung. Die Pflanzen, die von Schafen nicht gefressen werden, sind unnütz und entbehrlich. Von wegen vorher Schafbeweidung. Ich habe Ende August dort Pflanzen gesucht und registriert. Da war alles noch intakt.

Es kann jeder sehen, dass das Gras jetzt in Schwaden liegt und alles gekürzt ist. Zum Beispiel alle Enzianarten sind geschützt und wegen der Bitterstoffe überhaupt noch da. Der Deutsche Enzian wird höchstens 30 Zentimeter hoch und er ist so selten, dass er nur schwer zu finden ist. Wie sollte er zur Gefahr werden. Desgleichen beim Fransenenzian, der nur zehn Zentimeter hoch werden kann. Insgesamt gab es nur wenige Gebüschinseln mit Heckenrosen, die keinerlei Verbuschung herbeiführten und man hätte die Brombeeren wie bisher gezielt entfernen können.

Ich konnte Jahre die Naturschutzgebiete mit einer Genehmigung zur floristischen Kartierung betreten. Diese läuft zum Dezember aus. Ob es eine neue Erlaubnis für mich gibt, ist offen. Die Schutzgebiete ohne Genehmigung zu betreten ist riskant. Denn die Schutzverordnung wurde nicht für die Behörden erlassen. Die Untere Naturschutzbehörde, also das Landratsamt, ist gleichzeitig Bock und Gärtner. Wer soll also überprüfen, wie es in nächster Zeit aussieht? Ich will gar nicht auf das Schutzgebiet Eichhalde eingehen.

Die desolaten Zustände von Schutzgebieten sind verbreitet. So sind das Naturschutzgebiet (NSG) Spitzberg bei Tübingen, das NSG Hirschauer Berg bei der Wurmlinger Kapelle oder die Flanken des NSG Hohentwiel genauso betroffen wie die Neuffener Heide.

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