Leserbriefe

Defizite sind noch vor der Wahl erkennbar

18.10.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ferdi Atici, Tübingen. Zum Artikel „Der Kandidat und die Pressekonferenz“ vom 15. Oktober. Seit inzwischen sechs Jahren lebe ich bedauerlicherweise nicht mehr in dieser lebens- und liebenswerten Stadt. Trotz geografischer und emotionaler Nähe zu meiner Heimatstadt bin ich dieser Tage froh, dem Drama rund um die OB-Wahl als außenstehender Betrachter beizuwohnen. Drama deshalb, weil tatsächlich 25 Prozent der Wähler sich haben blenden lassen von einem jungen Mann, dessen Ehrgeiz überproportional entwickelt ist zu den restlichen nützlichen Eigenschaften eines Menschen.

Mit der Fähigkeit, die Wähler zu benebeln, auf der einen oder schlicht mangelnder Menschenkenntnis auf der anderen Seite ist es zu erklären, dass einem Burschen, der weder das materielle noch das immaterielle Eigentum Dritter achtet, ein so bedeutsamer Stimmenanteil zukommt.

Der Begriff „Vertrauensverlust“ entspricht in der freien Wirtschaft sinngemäß der Feststellung, dass einem Mitarbeiter die Integrität und somit die Eignung zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit abgesprochen wird. Wenn jedoch sowohl der Malteser Hilfsdienst als auch das DRK, deren Personalpolitik, aufgrund der geringen Attraktivität für junge Bewerber, schlicht kein „Hire&Fire“ zulässt, zu dieser Feststellung gelangen, dann bedarf es eigentlich keiner weiteren Fragestellungen darüber, ob der Kandidat über Erfahrung in der Verwaltung verfügt oder nicht. Der Kandidat ist schlichtweg ungeeignet, irgendein Amt zu bekleiden.

Es mag sein, dass ein solches Betragen in Herrn Kurz Seniors Branche geduldet wird. Für die Vertretung einer Gemeinde sind Eigenschaften wie Verantwortungsbewusstsein und Ehrlichkeit nicht immer notwendig, insbesondere nicht auf dem Weg zum Mandat, man sollte sich da keine Illusionen machen.

Am Anstand eines OBs jedoch dürfen zu keinem Zeitpunkt Zweifel bestehen. Im vorliegenden Fall von Herrn Kurz darf eben hieran gezweifelt werden. Die Wähler dürfen sich glücklich schätzen. Es passiert selbst in der Kommunalpolitik relativ selten, dass die Defizite eines Kandidaten noch vor der Wahl so klar erkennbar werden.

Leserbriefe

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