Leserbriefe

DDR und Finanzkrise

17.10.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jochen Findeisen, Schlaitdorf. Zum Artikel „Der Zockerwahn grassiert“ vom 11. Oktober. Nicht nur in Deutschland sehen die Menschen mit wachsender Besorgnis auf das Treiben von Bankmanagern, die mit den Geistern, die sie riefen, nicht mehr fertig werden. Die Menschen sehen mehr oder weniger hilflos agierende Politiker, die bis vor Kurzem noch heftig die Freiheit der Märkte hochlobten und damit Spekulanten und Managern den Eindruck vermittelten, für sie würden keinerlei Regeln und Grenzen gelten. Da mutet es fast rührend an, wenn die Republikaner bei ihrem Treffen in Nürtingen diese Probleme zwar auch sehen, aber hauptsächlich davor warnen „dass das wiedervereinigte Deutschland auf eine neue sozialistische, zweite DDR zusteuert“.

Eines dürfte klar sein: eine Politik, die Spekulanten und größenwahnsinnige Manager begünstigt und ermutigt, wird wohl künftig wenig Zustimmung finden. Es wird künftig schwer werden, einerseits den Banken Steuergelder in Milliardenhöhe zuzuschanzen, um sie aus ihrer selbst verschuldeten Notlage zu retten, und andererseits die Arbeiter, Angestellten und Rentner mit dem wohlbekannten Hinweis abzuspeisen, für ihre Bedürfnisse sei kein Geld da.

Es wird auch die Frage gestellt werden, ob bei aller Notwendigkeit eines leistungsfähigen Kreditwesens für unsere Wirtschaft auch die Notwendigkeit besteht, dass die Kreditinstitute in den Händen Privater sind. Es wird auch gefragt werden, weshalb Bahn, Post, Telefonie nicht in erster Linie der bedarfsgerechten und erschwinglichen Versorgung der Bevölkerung mit den entsprechenden Dienstleistungen dienen, sondern die Profite von Aktionären mehren sollen. „Private können’s besser“ wurde dem dummen Volk eingeredet.

Wie gut sie’s können, zeigt die Bankenkrise oder eine Telekom, die erst mit Hilfe ehemaliger Stasi-Mitarbeiter Mitbürger bespitzeln lässt und andererseits nicht in der Lage ist, sensible Kundendaten ausreichend zu sichern. Dass nach dem evidenten Versagen des neoliberalen Kapitalismus auch sozialistische Alternativen diskutiert werden, bedeutet nicht, damit auch die Missachtung der Bürger- und Menschenrechte in der DDR gutzuheißen. Ein Unrechtsstaat zeichnet sich durch den „permanenten Ausnahmezustand“ aus. Zur Abwehr irgendwelcher ins Monströse aufgebauschter Gefahren wird ein Einschüchterungs- und Überwachungsapparat geschaffen: Funktionen von Geheimdienst, Polizei und Militär werden undurchschaubar miteinander verquickt. Derartige Zustände strebt allenfalls Herr Schäuble an – sicher kein Linker!

Leserbriefe

Hochwasserschutz in Neckartailfingen

Sebastian Kurz, Neckartailfingen. Zum Artikel „Mit höheren Einnahmen Schulden getilgt“ vom 4. Oktober. Dem Artikel habe ich entnommen, dass der Gemeinderat zum wiederholten Mal den mangelnden Hochwasserschutz in der Gemeinde Neckartailfingen kritisiert und die Verwaltung zum Handeln aufgefordert…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe