Leserbriefe

Das Wetter und der Klimawandel

08.01.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Benjamin Kehrer, NT-Hardt. Zum Artikel „Das Wetter sorgt von jeher für Gesprächsstoff“ vom 5. Januar. Im Artikel von Herrn Haussmann wird in verschiedener Art und Weise der Klimawandel und die langfristig damit einhergehende Erderwärmung verharmlost bis verleugnet.

An und für sich ist daran nichts auszusetzen, denn selbst renommierte Wissenschaftler der einschlägigen Disziplinen konnten bis heute zu keinem Konsens finden. Einerseits verändert ein natürlicher Klimawandel, dessen Logarithmus noch nicht vollständig entschlüsselt werden konnte, das Klima dieser Erde seit Urzeiten und nicht erst seit der Industrialisierung. Andererseits sprengt die Geschwindigkeit des derzeitigen Anstiegs der globalen Erdtemperatur jeden Rahmen und stellt wohl ein Novum der Menschheitsgeschichte dar.

Nun gilt bei allgemeiner Unwissenheit für mich das Credo: Im Zweifel für den Zweifel. Sollte der Klimawandel aber tatsächlich unmittelbar bevorstehen, steuert die Menschheit auf eine globale Apokalypse zu. Die zumeist fruchtbaren Küstenregionen gehen buchstäblich unter und die Bewohner dieser überbevölkerten Erde müssen noch enger zusammenrücken. Es erübrigt sich, die Folgen im Einzelnen aufzulisten.

Nach dieser auf der zweiten Variante basierenden verheerenden Vorausschau kann für den vernünftig denkenden Menschen dies nur zu einem ökologischen Lebenswandel führen, selbst wenn letztlich keine Gewissheit herrscht und dies mit nicht unerheblichen Mehranstrengungen verbunden ist. Insofern ist es verwerflich, die Dringlichkeit dessen zu untergraben; die möglichen Auswirkungen sind zu fatal. Sollte ein Journalist dennoch den Klimawandel verharmlosen, muss er gute Argumente vortragen.

Dies ist hier nicht der Fall. Dass im Winter 1978 der Bauhof nur halb so viel Streusalz verwenden musste, liegt zum einen an der damals deutlich geringeren Straßenfläche und zum anderen an den rekordverdächtig (Dezember 2010: circa 120 Prozent höher als das Monatsmittel) hohen Niederschlagsmengen der letzten Jahre in den Wintermonaten. Die häufigen Schneefälle indizieren vielmehr eine saisonale Niederschlagsverschiebung. Somit ist nach meiner Ansicht festzuhalten, dass dieser Artikel der Problematik nicht gerecht wird.

Leserbriefe

Überhört Herr Grabitz kritische Stimmen?

Kai Hansen, Nürtingen. Zum Artikel „EU droht Milliardenklage wegen Pflanzenschutzmittels“ vom 11. November. Der Journalist Markus Grabitz gewährt dem weltgrößten Glyphosat-Hersteller Monsanto auf Seite eins der Wochenendausgabe der Nürtinger Zeitung eine prominente Bühne und betreibt zudem deren…

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