Leserbriefe

„Das sollte man im Bauamt wissen“

07.11.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Artikel „Probleme nur durch Handeln zu lösen“ vom 4. November. Die abgedruckten Zahlen sind irreführend. Das Roßdorf hatte auch schon 4700 Einwohner. Heute 3900. Ein demografisches Auf und Ab. Wir können gut 60 weitere Menschen integrieren – wenn sie angemessen untergebracht werden. Auf einem Haufen mittendrin geht das nicht. Die Nanzwiese ist Nahtstelle zweier Wohnquartiere, mit Fußgängerbetrieb drum herum zwischen Schule, Kindergärten, Kirchen und Wohnanlagen. Eine Art Ortsmitte, die auf drei Seiten von Wohnanlagen und im Westen von den Kirchen umschlossen wird. Mit insgesamt circa 425 Menschen. Die Fläche dieses Siedlungsstücks beträgt 2,16 Hektar, von mir diese Woche mit einem 20-Meter-Maßband ausgemessen. Daraus ergibt sich eine enorme Wohndichte von 179 Einwohnern pro Hektar.

Die Bebauung der Nanzwiese würde die ohnehin doppelt so große Wohndichte des Quartiers von 179 auf 206 Ew/ha erhöhen. Und das durch einen Ghettobetrieb im Zentrum, der isoliert statt integriert. Das Hochhaus Liebermannstraße 1 im Osten der Nanzwiese hat sogar 256 Bewohner (2,2 pro Wohnung) auf 1,2 Hektar Eigentumsfläche. Also eine Wohndichte von 213 Einwohner pro Hektar. Der Technische Beigeordnete vergleicht die gesamte Roßdorfer Wohndichte von circa 86 Ew/ha mit der vom Gänslesgrund mit angeblich 90 Ew/ha. Er sagt, das sei ja gleich viel. Dabei unterschlägt er, dass die Zahl der dort beabsichtigten Baukörper diesen Quotienten nie erreichen lässt. 90 Ew/ha ist etwas anderes, nämlich die gesetzlich vorgegebene Obergrenze für die Planung.

Schließlich: Der (senkrechte) Sicherheitsabstand von sechs Metern zwischen Leitung und Haus ist der Schutz vor dem Super-GAU, vor einem Spannungsüberschlag mit verheerenden Folgen. Der Vorsorgeschutz gegen elektromagnetische Felder oder Seilbruch aber ist etwas völlig anderes. Das sollte man im Bauamt wissen.

Er wird radial gemessen und reicht auf der Nanzwiese bis über die Mitte des geplanten Gebäudes hinaus. Probleme durch Handeln lösen? Ja, aber immer mit dem lateinischen Denkspruch aus meiner Schulzeit: „Was immer du tust, tu’s mit Bedacht, und acht’ auf das Ende!“

Leserbriefe

Schon vergessen? Das ist keine Alternative

Andreas Melcher, Frickenhausen. Zum Leserbrief „Postfaktisch und die Arbeit der Presse“ vom 14. Januar. Niemand muss sich wundern, dass der Begriff „postfaktisch“ mit „Lügenzeit“ gleichgesetzt wird. Genauso ist das nämlich von der Gesellschaft für Deutsche Sprache gemeint. Wer damit ein Problem…

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