Leserbriefe

Das Roßdorf: Ein liebenswerter Stadtteil

17.11.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Kommentar „Ja, aber“ vom 13. November. Noch vor der Bauausschusssitzung vom 16. Juni habe ich die Gesichtspunkte des Oberbürgermeisters zur Bebauung der Nanzwiese schriftlich widerlegt (keine städtebaulichen Bedenken, städtebauliche Struktur unberührt, Nachverdichtung problemlos möglich). Die Stromleitung war damals nicht eingezeichnet und nicht angesprochen. Ebenso wenig das Thema „Warnung vor Ghettoisierung“, weil ausschließlich vom bloßen Bauen die Rede sein sollte. Von Menschen indessen nur in Gestalt von Zahlen: 15 Wohnungen für 60 Leute.

Der verständliche Unmut von 250 Zuhörern wurde im Juni als radikal und fremdenfeindlich herabgewürdigt, gar als Bedrohung bezeichnet. Mich selber hat man mit faschistischen Aktionen gegen den Gemeinderat in Verbindung gebracht. Ich hätte „eine braune Suppe angerührt“, diese in Kauf genommen oder instrumentalisiert und die Straße gegen den Gemeinderat mobil gemacht. Zwei Tage später gab mir die Zeitung den Rat, ich hätte bedenken sollen, welche „Geister ich da wecke“. Meine Mitbewohner waren entsetzt. – Vor Tagen nun war ein Hetzblatt in unseren Briefkästen. Urheber unbekannt. Und erneut wird meinem Stadtteil zugeschrieben, dass ein „braundumpfer Sumpf zu wabern beginne“. In der von Roßdorfern gefüllten Stadthalle war davon nichts zu sehen. Aber ich bin sofort befragt worden, ob dieses Schmierblatt von mir stamme. Das Roßdorf eine braune Suppe oder Sumpf? Wir sind regenbogenbunt.

Deswegen ergreifen wir gerne die ausgestreckten Hände von Stadtverwaltung und Gemeinderat, um nach dezentralem Wohnraum mitzusuchen. Um zu vermeiden, dass Flüchtlinge isoliert statt integriert werden. Wir können aber nicht zaubern. Obwohl der Wandel vom angeblich „sozialen Brennpunkt“, vom „Russdorf“ und „Ghetto“ zum liebenswerten Stadtteil der vielen Muttersprachen, mit Licht, Luft und Leben für alle, an Zauberei grenzt. Darauf sind wir stolz, auch wenn es nicht identifizierbare Idioten gibt, die das gefährden wollen. Wir haben nichts gutzumachen. Wir machen gut, was wir machen.

Leserbriefe

Schulen können selbst bestimmen

Heinz Vogel, Oberboihingen. Zum Artikel „Vorletzter bei Ganztagsschule“ vom 18. Oktober. Interessant, dass jetzt die Bertelsmann-Stiftung bestimmt, was gut und was schlecht ist. Zu den Fakten: Die Einführung einer Ganztagsschule im Ort bestimmt laut Gesetz der Schulausschuss einer Schule,…

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