Leserbriefe

Das Rad nicht zurückdrehen

22.01.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Regina Steinhäuser, Altenriet, Vorsitzende des GEW-Ortsverbands Nürtingen. Zum Artikel „Gemeinschaftsschule: Abwarten angesagt“ vom 16. Januar. „An der Gemeinschaftsschule schienen sich nun die Geister zu scheiden“, schreibt Heinz Böhler ganz richtig am Ende seines Artikels. Korrekt und der Beschlusslage von CDU und FDP/DVP entsprechend ist auch die Aussage, dass sich „niemand in der Runde direkt für eine Wiederabschaffung dieser in vielen Gemeinden mittlerweile gut besuchten Einrichtungen aussprechen“ wollte. Dass „man sich nach regem Austausch von Argumenten“ darauf einigte, „abzuwarten, wie sich das Projekt Gemeinschaftsschule bewährt . . .“ trifft ebenfalls zu. Allerdings wurde auch gesagt – und das ist der springende Punkt –, dass dies nur dann möglich ist, wenn die Gemeinschaftsschulen im Land so weiterarbeiten dürfen wie bisher. Genau dies wollen CDU und FDP/DVP aber keinesfalls zulassen, wenn sie nach dem 13. März 2016 Regierungsverantwortung tragen sollten.

Beide Parteien wiegen zwar die Lehrerschaft und die Eltern an den 271 Gemeinschaftsschulen durch eine sogenannte „Bestandsgarantie“ in Sicherheit. Genau betrachtet steckt hinter dieser „Bestandsgarantie“ die Absicht, die ungeliebte Schulart „Gemeinschaftsschule“ auf kaltem Weg abzuwürgen und das Rad zurückzudrehen. Unter dem Stichwort „faire Ressourcenverteilung“ soll die angebliche Privilegierung der Gemeinschaftsschulen in Form der (notwendigen und begründeten) höheren Stundenzuweisung im Bereich „Differenzierung, Individualisierung und Förderung“ abgeschafft werden. Außerdem will die CDU – so steht es in ihrem Wahlprogramm – „an den bestehenden Gemeinschaftsschulen Klassen mit ähnlich leistungsstarken Schülern einrichten, die Leistungen wieder mit Noten bewerten und den Schülern eine Chance geben, die Klasse zu wiederholen“.

Wer weiß, wie Gemeinschaftsschulen arbeiten, erkennt: das ist ein unzulässiger und höchst schädlicher Eingriff in das Kernkonzept dieser neuen Schulart. Das ist keine Bestandsgarantie, sondern der Versuch, diese Schulart kaputt zu machen.

Leserbriefe

Schulen können selbst bestimmen

Heinz Vogel, Oberboihingen. Zum Artikel „Vorletzter bei Ganztagsschule“ vom 18. Oktober. Interessant, dass jetzt die Bertelsmann-Stiftung bestimmt, was gut und was schlecht ist. Zu den Fakten: Die Einführung einer Ganztagsschule im Ort bestimmt laut Gesetz der Schulausschuss einer Schule,…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe