Leserbriefe

Das Problem muss in Afrika gelöst werden

09.12.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Walter G. Meyer, Nürtingen. Zum Artikel „Für Kinder in Kenia wird ein Traum wahr“ vom 29. November. Sieben Jahre war ich in Kenia als Entwicklungshelfer tätig, von 1965 bis 1972. Unsere Aufgabe war es, einen Verlag zu gründen und eine Druckerei aufzubauen zur Herstellung von Schulbüchern auf Basis der afrikanischen Kultur, weg von den britisch dominierten Lehrbüchern im Geiste von Queen Victoria. Meine Aufgabe war es, die Druckerei zu installieren und zu leiten mit ausschließlich afrikanischen Mitarbeitern. Alles unter dem Motto (man höre und staune) „Hilfe zur Selbsthilfe“, schon damals. Das Projekt ließ sich auch ganz gut an, sowohl der Verlag als auch die Druckerei. Als dann in den 1970er Jahren sowohl die materielle als auch die personelle Hilfe schrittweise auf null gefahren wurde und die Periode der Selbsthilfe zu beginnen hatte, war das ganze Projekt bald am Ende. Dies ist nur ein Beispiel von Tausenden anderer in Afrika. Seit den 60er-Jahren bis heute hat sich die Bevölkerung, allein Kenias fast verdreifacht. In immer kürzeren Zyklen verdoppelt sich die Bevölkerung, wo soll das hinführen? Wenn es nach den Grünen ginge, würden wir möglichst alle Hungernden und Bedürftigen Afrikas mit offenen Armen aufnehmen.

Das Problem muss in Afrika gelöst werden, bis hin zur Geburtenkontrolle. Wo sind denn die vielen Milliarden an Hilfsgeldern geblieben, die über Dekaden nach Afrika geflossen sind? Nur ein geringer Teil davon ist sinnvoll verwendet worden. Die sogenannte Elite hat sich bedient und lebt im Überfluss. Heute betreiben die Chinesen riesige Anbauflächen in Ostafrika und exportieren die Erträge direkt nach China. Die einheimische Bevölkerung geht leer aus. Ertragreiche Farmen wurden in kleine unrentable Parzellen aufgeteilt. Die Erträge reichten dann gerade mal für den Eigenbedarf.

Die Neckartenzlinger Initiative ist uneingeschränkt zu loben und sollte tatkräftig unterstützt werden. Nur leider sind das eben nur punktuelle Hilfen, von denen es sicher sehr viele gibt, aber die wirklichen Probleme Afrikas sind so nicht zu lösen. Das ist ja wohl auch nicht die Absicht.

Leserbriefe

Die Gutmenschen und die Bundesregierung

Günther Ackermann, Wendlingen. Die Reisewarnung für Gambia wurde vom Auswärtigen Amt am 21. Januar 2017 aufgehoben. Seit der neugewählte Staatspräsident Adamo Barrow Ende Januar 2017 sein Amt übernommen hat, „hat sich die Lage und das tägliche Leben in Gambia normalisiert“, schreibt das…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe