Leserbriefe

Das Leid der Straßenhunde

08.10.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ingrid Buncic, NT-Reudern. Zum Artikel „Von der Straße aufs Sofa“ vom 1. September. Ich war entsetzt, mit wie viel Kaltschnäuzigkeit die Arbeit deutscher Tierschützer und rumänischer Helfer abgehandelt wurde. Ich unterstütze dieses Tierheim seit fast 15 Jahren. In Rumänien ticken die Uhren anders und Gesetze gibt es auf dem Papier, aber keiner hält sich daran. Hunde werden von städtischen Tierfängern eingefangen, kommen völlig verängstigt und teils schwer verletzt in die städtischen Tierheime. Dort werden sie 14 Tage aufbewahrt, werden nicht gefüttert und bekommen kein Wasser. Die Kosten für die Versorgung der Tiere werden aber dennoch mit der Stadt abgerechnet. Dann werden die Zwinger mit Wasser überschwemmt, unter Strom gesetzt und die Tiere so getötet. Leute werfen alte Brötchen auf stark befahrene Straßen, damit Straßenhunde, die sehr hungrig sind, hinterherrennen und totgefahren werden.

Die Arbeit von Tierheimen, sei es in Rumänien, in der Türkei, in Griechenland, Spanien oder Ägypten, wird allein durch Spenden finanziert und nicht durch staatliche Gelder. In Rumänien bekommen Menschen für das Einfangen von Straßenhunden Prämien. Wir haben einen Transporter gespendet bekommen und der wurde zu einem OP-Raum umgebaut, in dem einer unserer Tierärzte über Land fährt und Hunde kostenlos kastriert, weil sich Menschen in Rumänien dies nicht leisten können. Unterm Strich ist diese Arbeit billiger, als wieder und wieder die Nachkommen unkastrierter Hunde oder eine trächtige Hündin einzusammeln, die man dann versorgen und kastrieren muss. Außerdem sammelten wir Straßenhunde ein, kastrierten sie und setzten sie wieder an ihren ursprünglichen Platz aus. Alte und kranke Tiere blieben im Tierheim. In den ländlichen Gegenden gibt es Bürgermeister, die verhindern, dass unsere Organisation Tiere einfängt und kastriert, weil es so keine Nachkommen mehr gibt, die von Hundefängern eingefangen werden können. Die 50 Euro, die die Hundefänger von der Stadt erhalten, sind für rumänische Verhältnisse viel Geld.

Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass es etliche Tiere deutscher Züchter gibt, die Krankheiten entwickeln und von Generation zu Generation weitergeben. Epilepsie oder Hüftgelenksdysplasie sind Beispiele. Dennoch wird manchmal mit diesen Tieren weitergezüchtet. Auch dafür, dass deutsche Tierheime aus allen Nähten platzen, gibt es vielfältige Gründe, beispielsweise verantwortungslose Menschen, die ihre Tiere vor dem Urlaub oder wenn Krankheiten auftreten abschieben. Volle Tierheime auf den Auslandstierschutz zurückzuführen halte ich nicht für gerechtfertigt. Ich denke, man sollte deutsche Tierheime nicht gegen den Auslandstierschutz ausspielen.

Leserbriefe

Verkehrsprobleme werden nicht gelöst

Raimund Popp, Nürtingen. Zum Artikel „Der Sieger kommt aus der Schweiz“ vom 20. September. Bevor die Umsetzung der Bahnstadt beginnt, muss der Kreuzungsknoten beim Amtsgericht nachweislich gelöst werden. Eine kleine Übersicht zum Plan der Bahnstadt: alle östlichen Häuser direkt an den…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe