Leserbriefe

Das Hölderlinhaus

22.07.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Christa Axt, Nürtingen. Eigentlich hat Nürtingen Glück. Eine Volkshochschule unter städtischen Fittichen ist in Deutschland die Ausnahme, die meisten Volkshochschulen müssen als Verein ihre Arbeit leisten, mit allen Nachteilen und Unsicherheiten. Das Gejammer ist dennoch groß und soll den Abriss des Hölderlinhauses rechtfertigen, bekräftigt durch eine oberflächliche Kostenargumentation, die man nicht mehr glauben will, nachdem die „Katze aus dem Sack“ ist und den Bürgern eher zufällig bekannt wurde, dass ganz andere Gründe gegen den Erhalt des Gebäudes herhalten müssen, und da darüber hinaus ein historisches Gebäude einen zusätzlichen, nicht in Euro berechenbaren Wert darstellt. Da ist mir bei diversen VHS-Kursen etwas entgangen: Niemals hatte ich den Eindruck, dass die Dozenten den angebotenen Stoff nicht problemlos vermitteln könnten, in ordentlichen Räumen mit ordentlicher Ausstattung, auch im PC-Bereich.

Schulen, in denen täglich mehrere Hundert Kinder unterrichtet werden, und viele Universitäten können von solchen Bedingungen nur träumen. Dennoch seien der VHS Nürtingen neue Räume gegönnt, wo sie zusätzlich zum eigentlich recht großen Schlossbergschul-Gebäude Kurse anbieten kann. Mit ausreichend gutem Willen lässt sich in Nürtingen ein Grundstück oder Gebäude finden, um ein Seminargebäude zu errichten, das muss nicht in der Innenstadt sein, solange eine Bushaltestelle in der Nähe ist. Der Rest, die Kulturverwaltungen, kann dann im renovierten Hölderlinhaus arbeiten, und sie könnten stolz darauf sein, in einem historischen Gebäude zu residieren, da Kultur ja sehr viel mit der Geschichte einer Region zu tun hat. In keinem Fall lässt sich rechtfertigen, dass eine jahrhundertealte, harmonische Stadtraumgestaltung, die mit der kleinen Grünanlage auch an die Schlossgärten erinnert und an sonnigen Tagen vielen Menschen Erholung bietet, einfach so weggebaggert werden soll.

Von der Stadtkirche über die Mädchenschulstraße bis hinunter zum Neckar wurde alles von weisen Alten wunderbar geplant. Diese hatten viel Sinn für Ästhetik und Ambiente, Eigenschaften, von denen Nürtingen heute profitiert. Übrigens: In unserer Stadt gibt es einige engagierte Experten, die wissen, wie man alte Gebäude erhält und den verschiedensten Zwecken dienlich macht.

Leserbriefe

Hochwasserschutz in Neckartailfingen

Sebastian Kurz, Neckartailfingen. Zum Artikel „Mit höheren Einnahmen Schulden getilgt“ vom 4. Oktober. Dem Artikel habe ich entnommen, dass der Gemeinderat zum wiederholten Mal den mangelnden Hochwasserschutz in der Gemeinde Neckartailfingen kritisiert und die Verwaltung zum Handeln aufgefordert…

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