Leserbriefe

Das Herz Europas

05.07.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Helmut Weber, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „Europa von den Bürgern her denken“ vom 27. Juni. Sich als Bundes-Europäer zu assimilieren, bedarf einer Entscheidung, die von einer geografischen, ethnischen oder staatlichen Herkunft distanziert – im Grunde ist schon der Weltbürger gefragt.

Hier gilt allein die Bereitschaft, ein wichtiges Teil eines größeren Ganzen sein zu wollen, das sich um einen Kern bewegt, der Ideale bündelt. Frei von einer Denkweise der vaterländischen Schützengräben, der patriotischen und materiellen Grenzen, gilt der Aderschluss für ein gemeinsames Herz.

Man kennt dieses Organ für alle, weiß um seine Bedeutung – nämlich Rechtsstaatlichkeit, gründend auf den 14. Juli, die Menschenrechte sowie deren uneingeschränkte, nicht liberale Handhabe, deren absolute Verteidigung. Kleinbürgerliche Empfindlichkeiten, die immer wieder die falschen Egoismen, ihre Megalomanien ins Spiel bringen, sind nicht nur kontinentales Spaltmaterial. Schulalltagen und Medien gilt die Zuweisung ihrer intensiven, dauerhaften Eingrenzung beziehungsweise die der geistigen Grenztilgungen. So viel zu einer idealisierten Zukunft, die vielleicht so nicht oder erst viel später stattfinden kann.

Muss es verwundern, wenn die Selbstverliebtheit des Recht habenden Kapitalismus Vorteilnahme impliziert, sodass grundsätzlich Einzelne oder Gruppierungen immer wieder den Folgen schweren Ego-Aufstand praktizieren beziehungsweise üben lassen – zurzeit einen wachsenden Nationalismus der Ausgrenzungen, Abschottungen.

Solange keine gemeinsame Erfolgs-Geschichte dieses Europa eint und nicht nur die wirtschaftliche (das braucht Zeit), bleibt Europa eine Kopfgeburt der Vorteilnehmer, der Absichtseiner, mit allen Konsequenzen, aber bitte ohne falsche Emotionen, wenn dabei Schieflagen gegeben sind, wie bei jeder anderen Unternehmung.

Per Brüssel und Berlin beliebig zu versetzende Brückenpfeiler (Grundsätze) des Konstrukts, die regelmäßig in Wirtschaftsereignissen wässern, tragen auch wenig dazu bei, dieses Europa als Bürger ernst zu nehmen, den Herzanschluss zu vollziehen.

Leserbriefe

Der Diesel und die Feinstaubproblematik

Gerhard Mayer, NT-Oberensingen. Zum Artikel „Kretschmann: Autobauer stehen in der Pflicht“ vom 26. Juli. Man hört sehr viel über den schädlichen Diesel, nahezu alle beteiligen sich an der Hexenjagd, aber was stimmt wirklich? Zunächst wurde der Diesel wegen der Feinstaubemission an den Pranger…

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